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Google baut sich neu auf, um bei KI-Suche und ChatGPT zu gewinnen

Google steht vor einer tiefgreifenden Transformation, die entscheidend dafür sein könnte, ob es als führende Kraft im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz bestehen kann. Nachdem OpenAI mit ChatGPT im Jahr 2022 einen weltweiten Hype auslöste und Google als langsamen, etablierten Player erscheinen ließ, reagierte das Unternehmen mit einer massiven internen Umstrukturierung. Die Führung unter CEO Sundar Pichai hatte bereits 2016 das Ziel einer „AI-first-Welt“ verkündet, doch erst durch den Druck durch ChatGPT wurde die Umsetzung beschleunigt. Google fusionierte seine beiden führenden KI-Labore, DeepMind und Brain, und konzentrierte sich auf die Entwicklung des Gemini-Modells – nun in der Version Gemini 3, die mit herausragenden Bewertungen und einer sofortigen Integration in Google Search vorgestellt wurde. Dies markiert einen Wendepunkt: Erstmals wird eine KI-Übersicht direkt im Suchergebnis angeboten, ohne dass Nutzer auf externe Links klicken müssen. Die strategische Neuausrichtung geht weit über die Verbesserung von Suchalgorithmen hinaus. Google nutzt nun seine komplette Technologie-Stack-Infrastruktur – von Spezialchips (TPUs) über Cloud-Computing bis hin zu Millionen von Nutzern in Produkten wie Search, YouTube und Android –, um eine führende Position im KI-Ökosystem zu sichern. Die Cloud-Sparte, lange hinter Amazon und Microsoft zurückgeblieben, gewinnt an Dynamik, da Unternehmen nach leistungsstarken KI-Infrastrukturen suchen. Gleichzeitig setzt Google auf die Kombination von KI-Übersichten (AI Overviews) und interaktiven Suchmodi (AI Mode), um die Benutzererfahrung zu vereinfachen – weniger Klicken, mehr direkte Antworten. Doch damit wächst die Angst vor einer grundlegenden Veränderung des Internets: Wenn Nutzer direkt aus KI-Antworten lernen, statt auf Webseiten zu klicken, leidet die Sichtbarkeit und damit die Einnahmequelle von Inhaltserstellern. Denn die wachsende Dominanz von KI-Übersichten droht, die traditionelle Such- und Werbeökonomie zu untergraben. Laut EMARKETER könnte Google 2025 erstmals unter 50 % Marktanteil im Suchanzeigenmarkt fallen, bis 2026 auf 48,9 %. Obwohl Google betont, dass die Gesamtanzahl der Suchanfragen steigt und damit der Verlust an Klicks kompensiert wird, warnen Experten: Wenn Nutzer nur noch 8 % der Links klicken, wenn eine KI-Zusammenfassung vorhanden ist, verliert der Web-Ökosystem eine zentrale Einnahmequelle. Inhalte, die von unabhängigen Autoren, Medien und Bloggern erstellt werden, drohen in der Bedeutung zu sinken – was die Quelle der KI-Informationen selbst gefährden könnte. Kritiker wie Cloudflare-Chef Matthew Prince bezeichnen KI-Chatbots als „existenzielle Bedrohung“ für das Internet, da Inhaltsersteller ohne monetäre Anreize aufhören könnten, Inhalte zu produzieren. Die Lösung könnte in einer neuen Geschäftsmodell-Form liegen: KI-Unternehmen zahlen an die Quellen, aus denen sie lernen – ähnlich wie bei Urheberrechten. Google hält bislang an der These fest, dass Suchvolumen und Nutzertreue steigen, und weist Studien, die die Klick-Rate verringern, als unrepräsentativ zurück. Doch die langfristige Nachhaltigkeit hängt davon ab, ob das Unternehmen die Beziehung zu Inhaltserstellern neu gestaltet. In der Praxis zeigt sich: Google hat die technische und infrastrukturelle Überlegenheit, um die KI-Revolution zu meistern. Doch die Frage bleibt: Kann ein Unternehmen, das auf Werbung aus Suchklicks basiert, gleichzeitig die digitale Ökonomie erhalten, die es selbst aufgebaut hat? Die Antwort wird nicht nur Google, sondern das gesamte Internet prägen.

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