Sriram Krishnan, der KI-Berater des Weißen Hauses, wird Ende Juni das Amt niederlegen
Der ehemalige Produktvorstand bei Technologieunternehmen wie Microsoft, Twitter und Facebook sowie frühere Partner der Venture-Capital-Firma Andreessen Horowitz, Sriram Krishnan, hat angekündigt, das Amt Ende Juni dieses Jahres niederzulegen und damit seine Tätigkeit als Leiter der KI-Politik im Weißen Haus zu beenden. Auf der Social-Media-Plattform X erklärte Krishnan, es sei eine große Ehre gewesen, für die amerikanische Öffentlichkeit tätig zu sein, und dankte Präsident Donald Trump für diese Gelegenheit. Er ist überzeugt, dass unter der Führung von Trumps Regierung die USA ihre führende Position im globalen KI-Wettbewerb behauptet haben. Als Senior Policy Advisor für künstliche Intelligenz im Weißen Haus gehörte Krishnan zu den wenigen wichtigen Vertretern aus dem Kernbereich der Tech-Branche in der zweiten Amtszeit der Trump-Regierung. Bevor er in den Staatsdienst eintrat, leitete er Produktbereiche bei verschiedenen Technologiekonzernen wie Microsoft, Yahoo, Twitter, Facebook und Snap, bevor er als Partner zur VC-Firma Andreessen Horowitz wechselte. Die Gründer dieser Firma hatten sich während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2024 öffentlich hinter Trump gestellt. Bei einem Rückblick auf seine Zeit im Amt nannte Krishnan den vom Trump-Kabinett veröffentlichten Aktionsplan für Künstliche Intelligenz als eines seiner wichtigsten Ergebnisse. Der Plan betont die Beschleunigung des Datenzentrumbaus und die Expansion der Infrastruktur, wobei die Steigerung der Rechenkapazität als zentrales Ziel gilt. Im Vergleich zu Themen der Regulierung und Sicherheitsgovernance liegt hier der Fokus stärker auf der Förderung der Branchenentwicklung und des technologischen Wettbewerbs. Während seiner Dienstzeit unterzeichnete die Trump-Regierung zudem mehrere verwaltungsrechtliche Anordnungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, darunter Maßnahmen zur Einschränkung staatlicher Eigeninitiativen bei der KI-Regulierung durch Bundesstaaten sowie zum Aufbau einer bundesweiten Aufsichtsstruktur für KI. Einige regulatorische Schritte wurden jedoch aufgrund von Widerständen innerhalb der Tech-Branche verschoben oder in ihrem Umfang reduziert. Darüber hinaus hatte Trump öffentlich die Idee unterstützt, dass der Staat Anteile an großen KI-Unternehmen hält, um den Einfluss des Landes auf Schlüsseltechnologien zu stärken. Besonders hervorhob Krishnan seine enge Zusammenarbeit mit dem Investor und Podcast-Host David Sacks. Dieser war zuvor Chef für KI- und Kryptoangelegenheiten im Weißen Haus und übernahm später den Co-Vorsitz im President’s Council of Advisors on Science and Technology. Nach Ansicht von Krishnan spielte Sacks eine wichtige Rolle bei der Politikgestaltung und trieb kontinuierlich voran, dass die Vereinigten Staaten auch weiterhin in der KI-Spitze bleiben sollen. Zu seinen nächsten Plänen sagte Krishnan, er werde sich darauf konzentrieren, „Institutionen aufzubauen“, um den größten Herausforderungen Amerikas und seiner Verbündeten zu begegnen. Berichten zufolge bereitet er laut Washington Post die Gründung einer neuen Organisation außerhalb des offiziellen Regierungsapparats vor und plant, weiterhin Einfluss auf die KI-Politik zu nehmen. Laut Aussage von Krishnan gibt es noch viele komplexe Fragen rund um Energieversorgung, den Ausbau von Rechenzentren sowie die Frage, wie mehr Amerikaner tatsächlich von den Technologien der künstlichen Intelligenz profitieren können – Aufgaben, die zukünftig gemeinsam von Regierung, Wirtschaft und Gesellschaft angegangen werden müssen.
