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vor 4 Tagen

Paradromics implantiert ersten Langzeit-Hirnchip

Das Team um den Neurochirurgen Dr. Matthew Willsey vom University of Michigan Health hat erfolgreich den ersten langlebigen Gehirnchip des Unternehmens Paradromics implantiert. Der Eingriff markiert einen bedeutenden Meilenstein für die klinische Entwicklung implantierbarer Gehirn-Computer-Schnittstellen. Willsey, der seine Karriere als Elektroingenieur an der MIT begann und später in die Neurochirurgie wechselte, verbindet sein technisches Know-how mit operativer Expertise, um diese Schnittstellentechnologie sicher in die Praxis zu überführen. Im Gegensatz zu früheren Forschungs-BIS, die externe Kabelverbindungen durch die Haut erforderten und damit Infektionsrisiken sowie Komforteinbußen mit sich brachten, setzt das Paradromics-System auf eine vollständig implantierte Architektur. Das Gerät registriert kontinuierlich neuronale Aktivitätsmuster, entschlüsselt die motorischen oder sprachlichen Absichten des Patienten und übermittelt diese Daten drahtlos an externe Ausgabegeräte. Ziel ist es, Personen mit schwersten Lähmungen oder Sprachverlust, etwa infolge von ALS oder Rückenmarksverletzungen, wieder direkte Kommunikations- und Steuerungskanäle bereitzustellen. Die vierstündige Operation folgte etablierten neurochirurgischen Protokollen, wurde jedoch durch hochpräzise intraoperative Navigation und individuelle präoperative Bildgebung optimiert. Nach einer Kraniotomie wird das Elektrodenarray millimetergenau auf der Hirnrinde positioniert, neurovaskulär sicher versiegelt und ein Transceiver unter der Brusthaut implantiert. Eine subkutane Leitungsverbindung koppelt beide Komponenten. Der chirurgische Ablauf ist bewusst standardisiert konzipiert, um eine sichere Skalierbarkeit und schnelle Integration in die Routineversorgung zu gewährleisten. Die erfolgreiche Implantation demonstriert die machbare Überführung von BCIs aus dem Labor in den klinischen Alltag. Mit strengem Fokus auf Patientenwohl und langfristige Implantatstabilität ebnet die Technologie den Weg für wiederholbare Eingriffe. Willsey betonte, dass die technische Machbarkeit bewiesen sei und der nächste Entwicklungsschritt nun in der routinemäßigen, breiten Verfügbarkeit für Betroffene liege. Das Unternehmen verfolgt damit das strategische Ziel, BCIs als standardisierte, skalierbare Therapieoption für neurologische Erkrankungen zu etablieren.

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