Anthropic veröffentlicht IPO-Prospekt: Rechenleistungsausgaben, Gründerkontrolle und KI-Risiken im Fokus
Anthropic hat im Prospekt für seinen geplanten Börsengang offengelegt, dass die Gesamtvergütung von CEO Dario Amodei im Jahr 2025 bei knapp 18 Millionen US-Dollar lag, während die Vergütung von Präsidentin Daniela Amodei bei rund 16,4 Millionen US-Dollar lag, wobei diese Beträge hauptsächlich aus Aktien- und Optionsverträgen bestehen. Das Unternehmen übernahm zudem Sicherheitskosten für beide Personen und trug einen Teil der Ausgaben für die private Nutzung eines Privatjets durch Dario Amodei. Ein weiterer erheblicher Kostenpunkt ist der Einkauf von Rechenleistung. Gemäß den offengelegten Vereinbarungen belaufen sich die monatlichen Kosten für die von Anthropic bei SpaceX eingekaufte Rechenleistung auf etwa 3,1 Milliarden US-Dollar, sobald die gesamte geplante Kapazität geliefert ist; der gesamte Auftragswert bis zum Jahr 2029 kann auf bis zu 120,5 Milliarden US-Dollar ansteigen. Das Unternehmen führt zudem langfristige Ausgabenverpflichtungen gegenüber Microsoft, Google und Amazon auf. Diese Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Laufzeiten und Lieferbedingungen und dürfen nicht einfach als bereits beglichene Kosten interpretiert werden. Hinsichtlich der Governance plant Anthropic, zum Zeitpunkt des Börsengangs Sonderaktien an die „Founder LLC“ auszugeben, die aus den sieben Mitgründern besteht, um ihr 50,1 Prozent der Stimmrechte der Aktionäre zu sichern. Der Prospekt warnt zugleich, dass KI-Systeme unerwartetes oder nicht beabsichtigtes Verhalten zeigen können und dass Schäden aus extremen Zwischenfällen sogar die Deckungsfähigkeit der Versicherungswirtschaft übersteigen könnten. Diese Punkte werden vom Unternehmen als potenzielle Risiken offengelegt und beschreiben keine bereits eingetretenen Schäden.
