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Datenzentren: Strombedarf bis 2035 um fast 300 % gestiegen

Die Energieanforderungen von Rechenzentren werden bis 2035 voraussichtlich um fast 300 Prozent steigen, wie eine neue Studie von BloombergNEF zeigt. Bis dahin werden Rechenzentren 106 Gigawatt Strom verbrauchen – gegenüber aktuell 40 Gigawatt. Dies entspricht einer Verdreifachung des aktuellen Energiebedarfs innerhalb eines Jahrzehnts. Haupttreiber dieser Entwicklung sind die massiven geplanten Ausbauvorhaben: Während heute nur zehn Prozent der Rechenzentren mehr als 50 Megawatt beziehen, wird der durchschnittliche neue Standort künftig über 100 Megawatt verbrauchen. Fast ein Viertel der neuen Anlagen wird größer als 500 Megawatt sein, einige sogar über 1 Gigawatt. Diese Skalierung führt zu einer rasanten Zunahme der Energieanforderungen, insbesondere in ländlichen Regionen, da städtische Standorte zunehmend knapp werden. Ein weiterer Faktor ist der wachsende Einsatz künstlicher Intellenz (KI). Die Nutzung von KI für Training und Inferenz wird bis 2035 fast 40 Prozent des gesamten Rechenzentrums-Computing ausmachen. Gleichzeitig steigt die Auslastung aller Rechenzentren von aktuell 59 Prozent auf 69 Prozent. Die Investitionen in die Infrastruktur spiegeln diesen Trend wider: 2024 werden weltweit 580 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren fließen – mehr als das jährliche Budget für die Exploration neuer Ölreserven. Die neue BloombergNEF-Studie stellt eine deutliche Revision nach oben gegenüber der Vorversion aus April dar, hervorgerufen durch eine explosionsartige Zunahme an Ankündigungen neuer Projekte. Besonders auffällig ist, dass Projekte in frühen Entwicklungsphasen zwischen Anfang 2024 und Anfang 2025 mehr als verdoppelt wurden – obwohl sie noch nicht gebaut oder finanziert sind. Hauptstandorte für die geplanten Rechenzentren liegen in den US-Bundesstaaten Virginia, Pennsylvania, Ohio, Illinois und New Jersey, die Teil des PJM-Interconnection-Netzwerks sind, das den Stromtransport in mehreren US-Bundesstaaten überwacht. Auch der Ercot-Netzwerkbetrieb in Texas wird erheblich von neuen Anlagen betroffen sein. Dabei gerät PJM unter Druck: Die unabhängige Aufsichtsbehörde Monitoring Analytics hat bei der Federal Energy Regulatory Commission (FERC) eine Beschwerde eingereicht, in der betont wird, dass PJM das Recht hat, neue große Lasten wie Rechenzentren nur dann zuzulassen, wenn die Netzsicherheit gewährleistet ist. Laut Monitoring Analytics muss ein Lasten-Queue-System eingerichtet werden, um Überlastungen zu vermeiden. Zudem wirft die Organisation PJM vor, durch mangelnde Durchsetzung bestehender Regeln zu hohen Strompreisen in der Region beigetragen zu haben. Die Forderung: Eine klare, verbindliche Regelung ist notwendig, um zuverlässigen und bezahlbaren Strom zu sichern. In der Branche wird die Entwicklung als beispiellos und strukturell verändernd gesehen. Rechenzentren sind nicht mehr nur IT-Infrastruktur, sondern werden zu zentralen Energiesystemen, die die Netzstabilität und Energiepolitik beeinflussen. Die rasanten Investitionen und die Skalierung der Anlagen erfordern dringend eine neue, proaktive Regulierung, um die Energiewende und die KI-Revolution gleichzeitig zu unterstützen.

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