Amazon-Startup nutzt KI für schnellere Hollywood-Produktion
Eine neue Produktionsfirma namens Innovative Dreams, unterstützt durch Amazon Web Services und das KI-Start-up Luma, startete in den USA, um Filmproduktionen mit Hilfe künstlicher Intelligenz effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Das Unternehmen verbindet traditionelle Kameraarbeit und Schauspielerei mit virtuellen Produktionsmethoden, einschließlich riesiger LED-Wände und Motion-Capture-Technologie. Durch den Einsatz von KI-Tools in allen Phasen – von der Vorproduktion bis zum Schnitt – sollen sowohl Zeit als auch Kosten signifikant reduziert werden. CEO Jon Erwin erklärte, dass bei diesem Ansatz die menschliche Leistung im Vordergrund stehe. Anstatt Schauspieler und Kameras durch Textbefehle zu ersetzen, wird eine Performance digital mit virtuellen Kostümen und Sets fusioniert, wobei die Wahl der Kamera und des Objektivs bewahrt bleibt. Die Initiative geht auf Erfahrungen aus der Serie „House of David" zurück, die über Amazon Prime Video verfügbar ist. Hier nutzte Erwin bereits KI, um historische Szenen an weit entfernten Orten zu erstellen, ohne das Studio zu verlassen. Innovative Dreams will diese Methoden ausweiten, um Filme mit großem Maßstab zu produzieren, ohne die Stadt zu verlassen, und strebt an, die Produktion in Südkalifornien zu verankern. Der Start der Firma fällt in eine Zeit großer Unsicherheit in der Unterhaltungsbranche. Während Hollywood versucht, Kosten zu senken, bestehen gleichzeitig erhebliche Bedenken darüber, dass KI Arbeitsplätze bedroht. Nach der Pandemie und den Streiks der Autoren- und Schauspielergewerkschaften im Jahr 2023 ist die Anzahl der Arbeitsplätze in der Branche in Los Angeles County seit 2022 um über 40.000 gesunken. Die Produktionstätigkeit liegt auf dem niedrigsten Niveau seit 1995. Die gewerkschaftlichen Konflikte wurden maßgeblich durch die Sorge ausgelöst, dass KI geistiges Eigentum gefährdet und Berufe obsolet macht. Rechtsexperte Jonathan Handel betonte, dass die Branche bereits seit 25 bis 35 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie liege. Die digitale Erstellung von Sets, Kostümen und Make-up wirft nun Fragen zur Verdrängung von Kostümbildnern, Szenenbildnern und Maskenbildnern auf. Es ist noch unklar, ob es primär zu einer Verdrängung oder nur zu einer Ergänzung der bestehenden Jobs kommen wird. Erwin hingegen argumentiert, dass Innovative Dreams die Arbeitsplätze nicht beschleunigt gefährdet, sondern rettet. Er verweist auf einen Mangel an finanzieller Förderung für neue Projekte in den USA und sieht in der hybriden Produktion einen notwendigen Weg, um die Produktion wieder nach Los Angeles zurückzuholen. Er ist überzeugt, dass die besten Fachkräfte ihre Fähigkeiten an die neue KI-gestützte Welt anpassen werden. Während Handel darauf hinweist, dass insbesondere Einstiegspositionen betroffen sein könnten, was den Zugang zur Branche erschwert, bleibt Erwin optimistisch. Für ihn ist die Einführung dieser Technologie unerlässlich, um ein bisher als nicht nachhaltig empfundenes System zu reparieren und die Industrie langfristig am Leben zu erhalten. Die Hoffnung ist, dass diese neue Methode den Arbeitsmarkt stabilisiert und neue Chancen für Fachkräfte schafft.
