Pramaana Labs sichert 27 Mio. $ für KI-Formalverifikation
Pramaana Labs hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 27 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde von Khosla Ventures angeführt, wobei Accel, Boldcap, Nexus Venture Partners, Premji Invest und Unbound als weitere Investoren beteiligt sind. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung von KI-Systemen, die auf mathematischer Formalverifikation basieren, um die oft mangelnde Zuverlässigkeit großer Sprachmodelle in hochsensiblen Branchen zu gewährleisten. Der Schwerpunkt liegt auf Bereichen wie Steuerrecht, Kriminologie, Arzneimittelforschung und Cybersicherheit, in denen Fehler erhebliche finanzielle oder gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können. Pramaana kombiniert dabei ein konventionelles Large Language Model mit einer deterministischen Verifikationsebene. Das Sprachmodell ermöglicht die Bearbeitung natürlicher Sprache und komplexer Aufgaben, während die darüberliegende Schicht durch formale Regeln die Korrektheit der Ergebnisse sicherstellt. Als technische Basis dient die offene Programmiersprache LEAN, die ursprünglich für die Beweisführung in der Mathematik entwickelt wurde und bereits in Projekten wie dem französischen CATALA-System zur maschinenlesbaren Abbildung von Gesetzen zum Einsatz kommt. Gründer und CEO Ranjan Rajagopalan erklärt, dass regelbasierte Domänen besonders gut für eine solche Formalisierung geeignet seien. Sobald die Vorschriften digital kodifiziert sind, werde die KI-gestützte Analyse deterministisch und überprüfbar. Für jedes Anwendungsfeld entwickelt Pramaana ein maßgeschneidertes Verifikationssystem, das von Fachexperten überwacht wird. Im Steuerbereich arbeitet das Startup mit dem ehemaligen IRS-Kommissar Danny Werfel zusammen, während Professoren der IIT Delhi, der IIT Madras und der University of Berkeley die Systeme für Cybersicherheit und Drug Discovery begleiten. Die Mittel sollen genutzt werden, um die Technologie zu skalieren und die Partnerschaften mit Branchenexperten zu vertiefen. Pramaana Labs reagiert damit auf die wachsende Nachfrage der Wirtschaft nach KI-Lösungen, die aus der Pilotphase in den produktiven Einsatz überführt werden können, ohne dabei an Transparenz und Präzision einzubüßen. Kernbotschaft des Unternehmens ist, dass die schwierigsten Herausforderungen nicht unlösbar, sondern lediglich unformalisiert sind. Die Verbindung von KI-Flexibilität mit mathematischer Strenge soll dies künftig ausgleichen.
