Voll offenes KI-Basismodell stärkt Datensouveränität
Die Schweizerische KI-Initiative, ein Konsortium aus der EPFL, der ETH Zürich und dem Rechenzentrum CSCS, hat Apertus vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein vollständig offenes Grundlagenmodell für die Künstliche Intelligenz, das im Juni 2024 den Produktionsstart erreichte. Das Projekt verfolgt den Ansatz einer gänzlich transparenten Forschung, bei dem Gewichte, Trainingsdaten, Quellcode, Methodik und Alignments-Prinzipien öffentlich zugänglich und vollständig reproduzierbar sind. Mit diesem Ansatz setzt die Initiative ein klares Signal für offene KI-Entwicklung und positioniert Apertus als globale Infrastruktur für souveränes maschinelles Lernen. Technisch überzeugt das Modell durch eine Leistungsstärke, die im Vergleich zu etablierten Open-Source-Modellen der 8- und 70-Milliarden-Parameter-Klasse mithalten kann. Von Anfang an wurde auf mehrsprachige Fähigkeiten gesetzt, wobei das Training Daten aus über tausend Sprachen integriert. Ein zentraler Fokus liegt zudem auf regulatorischer Konformität. Apertus wurde speziell entwickelt, um die Anforderungen der EU-KI-Verordnung zu erfüllen. Das Modell respektiert explizite Opt-Out-Anfragen von Nutzern, entfernt automatisch personenbezogene Daten und implementiert Mechanismen zur Vermeidung von Daten-Memorierung, was eine skalierbare und rechtssichere Deployment-Infrastruktur garantiert. In den zurückliegenden Monaten hat die Entwicklergemeinschaft mehrere relevante Meilensteine erreicht. Mitte Juni wurde Apertus Mini veröffentlicht, eine Sammlung von 16 kleinen Sprachmodellen, die fortschrittliche Techniken zur Modell-Distillation und -Quantisierung demonstrieren und so den effizienten Einsatz auf ressourcenbeschränkter Hardware ermöglichen. Im April erfolgte die Annahme des technischen Reports auf der ACL 2026, einer der führenden Konferenzen für KI und Verarbeitung natürlicher Sprache, was die wissenschaftliche Qualität unterstreicht. Zusätzlich wurde im März eine auf den Kanton Tessin zugeschnittene Variante vorgestellt, die mittels Fine-Tuning eine hochwertige, in-house KI-Übersetzung ermöglicht. Als strategischer Partner unterstützt die Swisscom die Initiative maßgeblich, was die operative und infrastrukturelle Verankerung des Projekts im Schweizer Ökosystem festigt. Die kontinuierliche Veröffentlichung von Research, Technischen Dokumentationen und Community-Updates positioniert Apertus nicht nur als akademisches Experiment, sondern als nachhaltige, production-ready Plattform. Das Projekt demonstriert, wie durch offene Zusammenarbeit, strenge Compliance-Standards und leistungsstarke Architektur ein souveränes, multilinguales KI-Fundament für Forschung und Industrie in Europa etabliert werden kann.
