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VC-Hartz setzt auf jugendliche Gründer – 20 % seiner Fonds in Teenager-Startups

Kevin Hartz, der Mitbegründer von Xoom und Eventbrite sowie Gründungspartner von A* Capital, hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Wende in seiner Investitionsstrategie vollzogen: Er setzt nun nahezu 20 % seines Fonds auf junge Unternehmer – manche noch nicht einmal 18 Jahre alt. Diese Verschiebung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer tiefgreifenden Beobachtung: Zahlreiche hochintelligente Jugendliche, die in der Schule gelangweilt sind oder sich durch akademische Strukturen eingeengt fühlen, entdecken früh ihre Leidenschaft für Technologie und Entrepreneurship. Hartz hat bereits mehrere Startups mit Teenagern unterstützt, darunter Aaru, ein KI-gestütztes Vorhersagemodell, dessen CTO damals noch nicht einmal einen Führerschein besaß. Seine Erfahrung zeigt, dass diese jungen Gründer oft über eine ungewöhnliche Kombination aus Fokus, Innovationskraft und Risikobereitschaft verfügen – Eigenschaften, die traditionelle Bildungseinrichtungen oft nicht fördern. Der Trend ist weit verbreitet. Cory Levy, ehemaliger Praktikant bei Founders Fund und Union Square Ventures, gründete Z Fellows – ein Programm, das hochtalentierten jungen Tech-Gründern, auch High-School-Schülern, ohne Verpflichtung 10.000 Dollar zur Verfügung stellt. Ähnlich wie der Thiel Fellowship, der vor Jahren als radikale Alternative galt, ist heute die Gruppe der Studienabbrecher, die selbstständig gründen, größer denn je. Auch Y Combinator reagiert: Mit einem neuen Programm können Studierende bereits während ihres Studiums bewerben, finanziert werden und ihre Teilnahme auf nach dem Abschluss verschieben – ein klarer Beleg dafür, dass die Kultur des „Dropouts for Building“ längst mainstream geworden ist. Hartz sieht in diesem Phänomen mehr als nur eine Modeerscheinung. Er verbindet sie mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen: Die steigenden Studienkosten, die zunehmend kritisierte Hochschuladministration und die Transformation des Arbeitsmarktes – vor allem durch KI, die viele traditionelle Berufe verdrängt – machen es für junge Menschen zunehmend sinnvoll, statt zu studieren direkt zu gründen. Die Prognose, dass 2026/27 mehr 1099-Arbeitsverhältnisse als klassische W-2-Jobs existieren werden, unterstreicht diesen Trend: Die USA geraten in eine Phase entrepreneurialer Hyperaktivität. Doch Hartz bleibt sich bewusst, dass es auch Risiken gibt. Die emotionale und psychologische Belastung, die mit frühem Erfolg einhergeht, kann die kindliche Entwicklung beeinträchtigen. Als junger Gründer selbst weiß er, wie intensiv und verändernd ein solcher Weg sein kann. Dennoch bleibt er überzeugt: Die Kombination aus KI, digitaler Infrastruktur und einer neuen Generation von selbstbewussten, technisch versierten Teenagern schafft eine einmalige Chance. „Wir sind erst am Anfang einer Superzyklus in der Technologie“, sagt er, und die Anwendungsschichten von KI – von Code-Co-Pilots bis zu KI-CRM-Lösungen wie Decagon oder Sierra – seien noch weitgehend unerschlossen. Seine eigenen Töchter wollen zur Uni – und er respektiert das. Doch er bleibt offen für Alternativen. „Ich will ihnen die Wahl lassen“, sagt er. Zwei Jahre zuvor lag der Anteil seiner Teenager-Gründungen bei nur fünf Prozent – heute bei fast 20 %. Das ist kein Zufall, sondern ein Zeichen einer tiefgreifenden Wende: Die nächste Generation von Tech-Revolutionären wird nicht nur jünger, sondern auch selbstbewusster und unabhängiger als je zuvor. Industriebeobachter sehen in diesem Trend eine nachhaltige Transformation des Innovationsmodells. Die Kombination aus KI-Tools, globaler Vernetzung und einer kulturellen Akzeptanz von „gründen statt studieren“ könnte die nächste Ära der Technologiegeschichte prägen. Für Hartz ist dies nicht nur eine Investition – sondern eine Wette auf die Zukunft.

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