Abhörfall bei OpenAI bedroht US-KI-Führung
Der Nationale Geheimdienstkoordinator Clayton hat den Fall um einen saudi-arabischen Abhörverdacht bei OpenAI als Beispiel für die wachsende Bedrohung der technologischen Führung der Vereinigten Staaten im Bereich künstliche Intelligenz gewertet. Er sprach gegenüber CNBC von einer realen Gefahr durch kommerzielle Spionage und staatlich gelenkte Ausspähung. Unternehmen und Behörden müssten sich dieser Risiken stärker bewusst sein. Der Fall zeige, wie weit Akteure bereit seien, den amerikanischen Vorsprung in dieser Schlüsseltechnologie zu untergraben oder zumindest aufzuholen. Ein ehemaliger CIA-Vertreter, der anonym bleiben wollte, bezeichnete den Vorfall als wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Clayton, der Anfang des Monats zum KI-Beauftragten der US-Regierung ernannt worden war, berichtete von einem sehr guten ersten Arbeitstreffen der neuen KI-Arbeitsgruppe im Weißen Haus. Das Gremium baut auf einer im vergangenen Monat unterzeichneten Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und führenden Vertretern der KI-Branche auf. Die Vereinbarung enthält Zusagen der Unternehmen, Risiken durch künstliche Intelligenz eigenständig einzudämmen. Trump hatte das Abkommen als moralisch verbindlich beschrieben. Die Arbeitsgruppe hat zudem drei Unterausschüsse eingesetzt. Sie sollen sich mit Meldewegen und Reaktionsmechanismen, dem Schutz kritischer Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft sowie mit Strafverfolgung und Zuständigkeiten befassen. Clayton bekräftigte, die US-Regierung wolle im globalen KI-Wettlauf entschieden vorn bleiben. Es gebe technische Entwicklungslinien, die von bekannten Rivalen und Konkurrenten ausgingen, darunter China, Russland, der Iran und Nordkorea. Für die Vereinigten Staaten gehe es darum, den Vorsprung bei strategisch wichtigen KI-Fähigkeiten zu sichern und die Risiken durch Spionage, Unternehmensausspähung und staatliche Einflussnahme weiter zu begrenzen.
