AMD erhöht Grafikkartenpreise ab 2026 um mindestens 10 %
AMD plant, ab 2026, die Preise für Grafikkarten um mindestens 10 Prozent zu erhöhen, wie nun durch Quellen bei UDN und Analyst Dan Nystedt bestätigt wurde. Die Preissteigerung wird vor allem auf steigende Kosten für DRAM-Speicher zurückgeführt, die in den letzten Monaten um bis zu 200 Prozent pro Speicherstick angestiegen sind. Diese Entwicklung resultiert aus der enormen Nachfrage nach Halbleitern durch weltweit expandierende Datenzentren, die GPUs, CPUs, Speicher und Strominfrastruktur in großem Umfang benötigen. Während AMD seine erste Preisanpassung in den vergangenen Monaten intern durchgeführt und dabei eigenen Gewinnmargen beeinträchtigt hatte, geht es dieses Mal um eine direkte Übertragung der Kosten auf Partner und letztlich Verbraucher. Die Nachricht kommt ungelegen für AMD, das bisher mit Schwierigkeiten bei der Preisbindung seiner Spitzenmodell RX 9070 XT kämpfte – erst jetzt, im Rahmen des Black Friday, erreichte das Modell erstmals seinen empfohlenen Verkaufspreis von 599 Dollar. Doch diese Preisstabilität dürfte kurzlebig sein, da die geplante Preiserhöhung die Marktbedingungen schnell wieder verändern wird. Auch andere Hersteller wie PowerColor hatten bereits Warnungen vor steigenden GPU-Preisen ausgesprochen, was die Entwicklung untermauert. Die Preissteigerung könnte sich nicht nur auf AMD beschränken. Nvidia könnte ebenfalls an einer Preisanpassung arbeiten, zumal die Entwicklung der RTX 50 Super-Serie aufgrund von DRAM-Engpässen verzögert wurde. Trotz der höheren Kosten bleibt Nvidia jedoch profitabel, da der Großteil seines Gewinns aus dem Verkauf von GPUs an Datenzentren stammt – nicht aus dem Gaming-Markt. Für Verbraucher bedeutet dies: Wer eine Grafikkarte kaufen möchte, sollte jetzt zuschlagen, bevor die Preise im neuen Jahr steigen. Aktuelle Angebote im Rahmen des Black Friday bieten möglicherweise noch günstige Optionen. In der Branche wird die Entwicklung als symptomatisch für die zunehmende Spannung zwischen der Nachfrage nach High-End-Hardware für KI und der begrenzten Produktion von Speicherchips angesehen. AMD und Nvidia sind mittlerweile nicht mehr nur Wettbewerber im Gaming-Sektor, sondern Schlüsselakteure in der globalen KI-Infrastruktur. Die Preisanpassungen zeigen, dass die Auswirkungen der KI-Revolution bereits in den Endverbrauchermarkt durchschlagen – und dies könnte nur der Anfang sein.
