Blue Owl verdoppelt AI-Infrastruktur-Investitionen
Blue Owl Capital vergrößert seine Investitionen in die KI-Infrastruktur durch gezielte Kredite und Beteiligungskapital für Rechenzentren. Der in New York ansässige Vermögensverwalter hat kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 240 Millionen US-Dollar für ein Rechenzentrum in Minneapolis bereitgestellt, das von Cloud Capital und der Arcapita Group erworben wurde. Zudem plant das Unternehmen, an einem neuen Großprojekt in Wichita Falls, Texas, beteiligt zu sein, das von Skybox Datacenters entwickelt wird. Bereits im Februar hatte Blue Owl die Existenz eines 500 Millionen US-Dollar teuren Darlehens für ein Rechenzentrum in Pennsylvania bekannt gegeben, das für den KI-Cloud-Anbieter CoreWeave errichtet wird. Analysten sehen in dieser Strategie des Unternehmens, das sowohl als Eigentümer als auch als Kreditgeber auftritt, einen logischen Ansatz, um seine Position im lukrativen digitalen Sektor zu stärken. Glenn Schorr von Evercore ISI betonte, dass Blue Owl als versierter Kreditgeber in der Lage sei, die Machbarkeit solcher Geschäfte effektiv zu bewerten. Diese Ausweitung der Aktivitäten steht im Kontrast zu anderen Bereichen des Portfolios. Im vierten Quartal verzeichnete Blue Owl erhöhte Abhebungen von Investoren aus zwei seiner Kreditfonds. Die Sorge war, dass diese Fonds übermäßige Exposure gegenüber Softwareunternehmen haben, deren Geschäftsmodelle durch den rapiden Fortschritt bei KI-Modellen bedroht sein könnten. Trotzdem erfüllte Blue Owl alle Rücknahmeanträge, die über die vertraglich festgelegten Schwellenwerte hinausgingen. Trotz dieser Herausforderungen hat Blue Owl den Fokus klar auf digitale Infrastruktur gelegt. Das Unternehmen plant eine deutliche Vergrößerung seines Portfolios für Rechenzentren. Im vergangenen Jahr investierte es 2,45 Milliarden US-Dollar für eine 80-prozentige Beteiligung an einem großen Campus in Louisiana, der für Meta errichtet wird. Über die Tochtergesellschaft Stack Infrastructure betreibt das Unternehmen zudem Projekte in Texas und New Mexico und kündigte kürzlich einen 12 Milliarden US-Dollar schweren Campus für Amazon in Louisiana an. Auch für ein Grundstück in der Nähe von Birmingham, Alabama, zeigte Blue Owl Kaufinteresse. Finanziell unterstützt wird diese Expansion durch die erfolgreiche Kapitalbeschaffung. Im vierten Quartal schloss Blue Owl die Zeichnung eines neuen Fonds für den privaten Vermögensaufbau über 1,7 Milliarden US-Dollar ab, der speziell den Erwerb von Rechenzentren zum Ziel hat. Der dritte digitale Infrastruktur-Fonds des Unternehmens wurde im Vorjahr mit sieben Milliarden US-Dollar aufgelegt, mehr als das Doppelte der ursprünglichen Zielvorgabe. Co-CEO Marc Lipschultz bestätigte bereits, dass im laufenden Jahr der vierte Fonds aufgelegt werden soll. Insgesamt verwaltet die Kreditabteilung von Blue Owl Vermögenswerte in Höhe von etwa 160 Milliarden US-Dollar, während das Unternehmen rund 15,4 Milliarden US-Dollar in digitale Infrastruktur investiert hat. Die aktuellen Abhebungen spiegeln zwar eine allgemeine Unsicherheit im Bereich der privaten Kreditfonds wider, die sich auch bei Konkurrenten wie Blackstone zeigt, bleiben aber im Verhältnis zu den großen Wachstumserwartungen im KI-Sektor begrenzt. Blue Owl nutzt die derzeitige Marktlage aktiv, um als wichtiger Kapitalgeber und Entwickler der physischen Grundlagen für die nächste Generation der Künstlichen Intelligenz zu fungieren.
