Simons Foundation startet $15M-KI-Programm für Mathematiker
Die Simons Foundation hat eine neue Initiative vorgestellt, mit der die mathematische Gemeinschaft den raschen Aufstieg künstlicher Intelligenz in der Forschung besser einordnen und nutzen soll. In einer Partnerschaft mit Anthropic und OpenAI stellen die Organisationen zusammen 15 Millionen US-Dollar in Form von Fördermitteln und Ressourcen bereit. Die Simons Foundation übernimmt die Verwaltung und Vergabe der Mittel, unter anderem über einen offenen Aufruf für Projektanträge. Gefördert werden Workshops und weitere Maßnahmen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei helfen, KI-gestützte Forschungsergebnisse zu bewerten, neue Werkzeuge zu erlernen und einzusetzen, unterschiedliche Perspektiven auszutauschen sowie gemeinsame Standards für den KI-Einsatz in der Mathematik zu entwickeln. Laut Simons-Foundation-Präsident David Spergel soll die Initiative die mathematische Gemeinschaft zusammenbringen, um einen tragfähigen Weg für den Umgang mit KI-Werkzeugen zu bestimmen. In dem vom Unternehmen betonten Verständnis gehe es nicht darum, Mathematik als Ansammlung von Beweisen und Theoremen zu betrachten, sondern als kollektives, von menschlicher Neugier getriebenes Erkenntnisfeld. Die Gemeinschaft soll nach Vorstellung der Stiftung die Diskussion darüber führen, wie KI-Systeme bewertet, übernommen und eingesetzt werden, statt dass einzelne Unternehmen oder Institutionen den Ton angeben. Anthropic und OpenAI wollen zusätzlich KI-Werkzeuge und Rechenressourcen für Forschende bereitstellen, die von der Simons Foundation gefördert werden. Diese Unterstützung soll über die Mathematik hinaus auch die Grundlagenforschung erreichen. Die Vergabe erfolgt demnach community-getrieben und baut auf der langjährigen Arbeit der Stiftung für die mathematische Forschung auf. Als Beispiel für frühes Engagement nennt die Simons Foundation ihre Unterstützung des Maschinenlernens in den Naturwissenschaften, darunter die Finanzierung der Entwicklung des Lean Proof Assistant, der die Arbeitsweise von Mathematikern verändert und KI-gestützte Beweise ermöglicht hat. Der Ansatz verdeutlicht, dass der KI-Einstieg in der Mathematik nicht allein als technologische Frage betrachtet wird, sondern auch als organisatorische und gemeinschaftliche Aufgabe. Mit dem neuen Programm sollen sowohl praktische Werkzeuge als auch gemeinsame Standards gefördert werden, um die Glaubwürdigkeit, Nachvollziehbarkeit und kollaborative Nutzung von KI-Ergebnissen in einem traditionell stark auf formale Präzision ausgerichteten Fachgebiet zu stärken.
