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Anthropic treibt KI-Boom mit Erdgas an

Anthropic hat in einer am Montag bei der US-Börsenaufsicht eingereichten Offenlegung eingeräumt, dass der weitere Ausbau seiner Rechenzentren für den KI-Boom zunehmend von Erdgas abhängt. Das Unternehmen warnt, dass steigende Brennstoffkosten, Engpässe in der Lieferkette und die wachsende Konkurrenz um verfügbare Stromkapazitäten die geplanten Projekte verteuern oder gefährden könnten. Einige der neuen Standorte sollen demnach mit Strom aus vor Ort installierten Erdgasturbinen betrieben werden. Anthropic mietet zwar Kapazitäten bei großen Cloud-Anbietern, hat aber im vergangenen Jahr einen Ausbau mit 50 Milliarden Dollar in Texas und New York angekündigt. Dem Dokument zufolge ist der Wettbewerb um Stromquellen und Standorte mit ausreichender Netzanbindung erheblich. Gleichzeitig verweist Anthropic auf das Risiko, dass steigende globale Temperaturen als Folge des fossilen Energieeinsatzes die Betriebskosten erhöhen, etwa durch teureren Strom und höhere Kühlkosten. In einer in Texas vorgelegten Untersuchung wird zudem vor einer sinkenden Luftqualität gewarnt: Die steigende Stromnachfrage durch Rechenzentren könnte in den kommenden fünf Jahren Fortschritte bei der Schadstoffreduzierung zunichtemachen, weil mehr Ruß, ozonbildende Schadstoffe und Kohlendioxid ausgestoßen werden. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Konkurrenz durch andere Rechenzentrumsbetreiber die Preise für Erdgas und Pipeline-Kapazitäten weiter nach oben treiben könnte. Damit wird ein wachsendes Infrastrukturproblem sichtbar: Erdgas macht derzeit rund 40 Prozent der US-Stromerzeugung aus, und Versorger müssen ihre Netze schnell ausbauen, um die Nachfrage zu decken. Bereits jetzt führen höhere Strompreise und Umweltbedenken dazu, dass Bürgerinitiativen in den USA den Bau von Rechenzentren blockieren oder verzögern. Für Anthropic steigt damit das Risiko, dass behördliche Auflagen, Anschlusskosten oder Widerstand lokaler Anwohner den Ausbau zusätzlich verteuern oder ausbremsen. Die Offenlegung macht deutlich, dass der KI-Ausbau nicht nur technologisch, sondern auch energiewirtschaftlich zu einem Engpassproblem wird. Wenn Erdgas, Netze und Strompreise knapper werden, könnte Anthropic gezwungen sein, geplante Datenzentren zu verschieben, anzupassen oder ganz aufzugeben.

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