Anthropic stellt Opus 4.5 mit neuen Integrationsmöglichkeiten vor
Anthropic hat am Montag Opus 4.5 vorgestellt, die letzte Version der 4.5-Serie ihres Flaggschiff-Modells. Sie folgt auf die Einführungen von Sonnet 4.5 im September und Haiku 4.5 im Oktober. Opus 4.5 erreicht Spitzenleistungen in mehreren Benchmark-Tests: Bei SWE-Bench verified, einem renommierten Coding-Benchmark, erzielte es erstmals über 80 Prozent, was eine Meilensteinschleife darstellt. Auch in den Bereichen Tool-Use (tau2-bench, MCP Atlas) und allgemeine Problemlösung (ARC-AGI 2, GPQA Diamond) setzt das Modell neue Maßstäbe. Besonders hervorgehoben werden die erweiterten Fähigkeiten im Umgang mit Computern und Tabellenkalkulationen. Dazu kündigt Anthropic die allgemeine Verfügbarkeit von „Claude for Chrome“ und „Claude for Excel“ an, die zuvor nur in Pilotphase existierten. Die Chrome-Erweiterung ist ab sofort für alle Max-Nutzer nutzbar, die Excel-Integration für Max-, Team- und Enterprise-Abonnenten. Ein zentrales technisches Fortschritt ist die Verbesserung der Langtext-Verarbeitung durch eine optimierte Speicherverwaltung. Dianne Na Penn, Leiterin Produktmanagement für Forschung bei Anthropic, betont, dass längere Kontextfenster allein nicht ausreichen: „Wichtig ist, die richtigen Details zu merken – nicht nur viel zu speichern.“ Diese Neuerung ermöglicht auch die lang erwartete „endlose Chat“-Funktion für zahlende Nutzer, bei der der Modell-Context automatisch komprimiert wird, ohne dass der Benutzer dies bemerkt. Die Leistungssteigerungen sind besonders auf agente-basierte Anwendungen ausgerichtet, bei denen Opus 4.5 als Hauptagent fungiert, der mehrere Haiku-Sub-Agenten koordiniert. Dazu ist ein tiefes Verständnis von Arbeitsspeicher und Rückverfolgbarkeit notwendig, um beispielsweise in großen Code-Basen zu navigieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Die Einführung von Opus 4.5 erfolgt in einem spannenden Wettbewerbsumfeld: Gegenüberstehend sind die jüngsten Modelle von OpenAI (GPT-5.1, 12. November) und Google (Gemini 3, 18. November), die ebenfalls hohe Erwartungen wecken. In der Branche wird Opus 4.5 als signifikanter Schritt in Richtung praktikable, agente-basierte KI-Systeme gesehen. Experten schätzen die Fokussierung auf Speicherverwaltung und kontextuelle Kohärenz als entscheidend für den Übergang von reaktiven zu proaktiven KI-Systemen. Anthropic, gegründet 2021 und bekannt für seinen Fokus auf künstliche Intelligenz-Sicherheit, positioniert sich mit Opus 4.5 als ernstzunehmender Konkurrent zu OpenAI und Google. Die Integration in gängige Tools wie Chrome und Excel unterstreicht die strategische Ausrichtung auf produktive, alltägliche Anwendungsszenarien. Die Fähigkeit, kontinuierlich zu arbeiten, ohne durch Kontextgrenzen eingeschränkt zu sein, könnte die Akzeptanz in Unternehmen erheblich steigern. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Leistung in realen, komplexen Workflows unter dem Druck des Wettbewerbs verhält.
