Pentagon-Neubüro steuert Militärdrohnen
Das US-Verteidigungsministerium hat eine zentrale Verwaltungsstelle für unbemannte Systeme eingerichtet, um die zukünftige Entwicklung und Beschaffung von Drohnen im US-Militär zu koordinieren. Unter der Leitung von Verteidigungsminister Pete Hegseth wird das neue Direct Reporting Portfolio Manager for Unmanned Systems (DRPM-UxS) alle zentralen Drohnenprogramme des Pentagons bündeln und ist stellvertretendem Verteidigungsminister Stephen Feinberg unterstellt. Mit der organisatorischen Konsolidierung sollen Beschaffungsprozesse beschleunigt und die operative Einsatzreife unbemannter Plattformen signifikant vorangetrieben werden. Die neu geschaffene Stelle erhält umfassende Entscheidungsbefugnisse über ein breites Spektrum unbemannter Technologien. Dazu gehören kleine Luftfahrzeuge, unbemannte Oberflächen- und Unterwasserfahrzeuge, Bodenroboter, autonome sowie KI-gestützte Systeme, Schwarmtechniken und Abwehrsysteme gegen Drohnen. Zudem übernimmt DRPM-UxS die Aufsicht über etablierte Drohnenmärkte des Verteidigungsministeriums sowie die Joint Interagency Task Force 401 und die Defense Autonomous Warfare Group. Eine Ausnahme bilden etablierte Großwaffenprogramme wie das Collaborative Combat Aircraft der Luftwaffe, die weiterhin den herkömmlichen Beschaffungswegen der Teilstreitkräfte folgen. Eine offizielle Ernennung des Direktors steht noch aus. Der strukturelle Umbau ist Teil der strategischen Priorisierung der aktuellen US-Regierung, die das Militär gezielt auf asymmetrische Drohnenkonflikte vorbereiten soll. Verteidigungsminister Hegseth begründet die Maßnahme mit dem erheblichen technologischen und produktionstechnischen Nachholbedarf: Während strategische Konkurrenten jährlich Millionen unbemannter Systeme in allen Domänen fertigen, habe die USA bei der skalaren Feldstellung entsprechender Kapazitäten nachgeblieben. DRPM-UxS soll diese Lücke schließen, indem es Entwicklungsprojekte priorisiert, Haushaltsmittel gezielt steuert und ineffiziente Programme frühzeitig beendet. Unterstützt wird die Initiative durch einen historischen Haushaltsvoranschlag von 74 Milliarden US-Dollar, der primär in den Erwerb, die Erprobung und die industrielle Massenfertigung kostengünstiger Einweg-Angriffsdrohnen fließt. Die Zentralisierung markiert einen deutlichen Wandel in der US-Verteidigungsarchitektur. Durch die gebündelte Steuerung und die beschleunigte Markteinführung sollen die US-Streitkräfte technisch und operativ wettbewerbsfähig bleiben. Fachexperten sehen in der Einrichtung von DRPM-UxS einen klaren Indikator dafür, dass autonome und unbemannte Kriegsführung zunehmend zum Kernbestandteil zukünftiger militärischer Doktrin wird. Die praktische Umsetzung der beschlossenen Strukturen wird die künftige Entwicklung der US-Abwehrkapazitäten und die globale Rüstungslandschaft maßgeblich prägen.
