Krebs warnt vor Online-Betrug und Identitätsdiebstahl
Chris Krebs, ehemaliger Direktor der Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA), hat sich in einem Gespräch mit „CBS Mornings“ intensiv mit der steigenden Bedrohung durch Online-Betrug, Identitätsdiebstahl und Deepfakes auseinandergesetzt. In seinem neuen Masterclass-Programm greift er aktuelle Sicherheitsrisiken auf und liefert praktische Tipps, wie Einzelpersonen sich besser schützen können. Krebs betont, dass digitale Bedrohungen heute nicht mehr nur Unternehmen treffen, sondern zunehmend auch Privatpersonen – besonders durch gezielte Phishing-Angriffe, gefälschte E-Mails und manipulierte Videos. Ein zentraler Punkt seiner Warnung ist die zunehmende Verbreitung von Deepfakes, bei denen KI-generierte Stimmen oder Gesichter verwendet werden, um Vertrauen zu erschwindeln. Krebs warnt davor, blind auf Stimmen oder Bilder zu vertrauen, besonders wenn sie aus vermeintlich vertrauenswürdigen Quellen stammen. Er empfiehlt, jede ungewöhnliche Anfrage – etwa eine plötzliche Geldforderung von einem Familienmitglied per Videoanruf – immer durch eine zweite, sichere Kommunikationsmethode zu überprüfen, zum Beispiel per Telefon oder SMS. Zur Prävention von Identitätsdiebstahl rät Krebs dazu, starke, einzigartige Passwörter zu verwenden und einen Passwort-Manager einzusetzen. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) sollte bei allen wichtigen Konten aktiviert werden, besonders bei Banken, E-Mail und sozialen Netzwerken. Außerdem sollte man regelmäßig seine Konten überprüfen und verdächtige Aktivitäten sofort melden. Besonders gefährlich seien sogenannte „smishing“-Angriffe, bei denen Betrüger über SMS mit dringenden Warnungen oder Angebote locken, um Daten zu stehlen. Krebs betont zudem die Bedeutung der digitalen Bildung. Viele Opfer von Betrug wüssten nicht, wie man Erkennungsmerkmale von Fälschungen identifiziert. Sein Masterclass-Programm soll Menschen dabei helfen, kritisch zu denken, technische Warnsignale zu erkennen und sich nicht von Angst oder Druck manipulieren zu lassen. Er plädiert für eine kulturelle Veränderung, bei der Sicherheit nicht als technisches Problem, sondern als zentrales Lebensprinzip angesehen wird. In der Branche wird Krebs’ Initiative als langfristig notwendig und besonders wirksam angesehen. Experten loben seine Fähigkeit, komplexe Cyber-Sicherheitsfragen verständlich zu vermitteln. Als ehemaliger Leiter von CISA bringt Krebs nicht nur Fachwissen, sondern auch praktische Erfahrung aus der Bekämpfung staatlicher Cyber-Angriffe mit. Sein Engagement zeigt, dass der Kampf gegen digitale Bedrohungen nur erfolgreich sein kann, wenn auch Einzelpersonen aktiv werden. Die zunehmende Verbreitung von KI-gestützten Betrugsmethoden macht eine breite Aufklärung unerlässlich – und Krebs’ Masterclass könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen.
