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KI erkennt Herzrisiko in Mammographien

Eine neue Studie, die im European Heart Journal veröffentlicht wurde, zeigt, dass künstliche Intelligenz (KI) das Risiko für schwere oder tödliche Herzerkrankungen anhand von Mammogrammen vorhersagen kann. Das Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Hari Trivedi von der Emory University in Atlanta untersucht, wie die bereits bei der Krebsvorsorge eingesetzten Röntgenaufnahmen genutzt werden können, um Kalkablagerungen in den Brustarterien zu analysieren. Da Herzerkrankungen weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen sind und diese häufiger unterdiagnostiziert werden als bei Männern, bietet dieser Ansatz eine vielversprechende Möglichkeit, Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren. Die Studie umfasste über 123.000 Frauen, die an Screening-Programmen teilnahmen, bei denen keine bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorlagen. Die Forscher setzten KI-Algorithmen ein, um die Menge des Kalks in den Arterien des Brustgewebes zu messen. Dieses sogenannte Brustarterienkalk ist ein bekannter Indikator für eine beginnende Arterienverkalkung und weist auf ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Herzversagen, Schlaganfälle und den Tod hin. Die Kalziumablagerungen wurden in die Kategorien schwer, moderat, leicht oder nicht vorhanden eingeteilt. Die Ergebnisse zeigten einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Menge des sichtbaren Kalks und dem späteren Auftreten schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. Frauen mit leichten Ablagerungen wiesen ein um 30 Prozent höheres Risiko auf, Frauen mit moderatem Kalk ein um mehr als 70 Prozent erhöhtes Risiko und Frauen mit schweren Ablagerungen ein zwei- bis dreifach höheres Risiko im Vergleich zu Frauen ohne Kalkablagerungen. Dieser Zusammenhang bestand selbst bei jüngeren Frauen unter 50 Jahren, die oft als gering risikogrupp eingestuft werden, und blieb bestehen, nachdem andere Faktoren wie Diabetes und Rauchen berücksichtigt wurden. Dr. Trivedi betont, dass eine Mammografie, die ohnehin durchgeführt wird, so wertvolle Informationen zur Herzgesundheit liefern kann, ohne zusätzliche Kosten oder Unannehmlichkeiten für die Patientinnen zu verursachen. Dies könnte Gespräche mit Ärzten über Präventionsmaßnahmen wie Cholesterintests oder Medikamente anregen. Für Kliniker stellt die Methode ein praktisches Werkzeug dar, um Frauen zu identifizieren, die aktuell im Rahmen von Vorsorgeprogrammen für Herzkrankheiten übersehen werden. Experten schlagen vor, politische Entscheidungsträger sollten erwägen, dieses KI-Tool in bestehende Mammografie-Programme zu integrieren. Dies könnte jährlich Millionen von Frauen erreichen, da lediglich die Einbindung in die Arbeitsabläufe der Bildgebung und klare Richtlinien für die Mitteilung an Patienten und Ärzte erforderlich sind. Ein Begleitkommentar von Professorin Lori B. Daniels unterstreicht, dass die hohe Durchdringung von Mammografie-Untersuchungen einen idealen Zeitpunkt bietet, um diese Daten zu nutzen. Während viele Frauen über ihre Mammografie informiert sind, kennen die meisten nicht ihren Cholesterinspiegel. Die Analyse von Brustarterienkalk durch KI bietet daher die Chance, diese Lücke zu schließen und eine breite Prävention für die führende Todesursache bei Frauen voranzutreiben, ohne neue Infrastrukturen aufbauen zu müssen.

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