Spotify erweitert KI-Remix-Tool mit Merlin-Netzwerk
Spotify hat auf dem Quartalscall für das zweite Quartal die umfassende Erweiterung seiner KI-gestützten Remix- und Cover-Plattform bekanntgegeben. Im Rahmen des Projekts hat sich Merlin, der globale Lizenzverband unabhängiger Musiklabels und Distributoren, offiziell an Bord befunden und schließt sich damit bereits an Universal Music Group an. Diese Partnerschaft erschließt der Funktion sofort den Zugriff auf mehr als 30.000 unabhängige Labels und vertieft das bestehende Netzwerk für lizenzierte Nutzerinhalte. Im Gegensatz zu zunehmend diskutierten Tools zur Generierung komplett künstlicher Musikwerke positioniert sich Spotify bewusst als Plattform für authentische Künstler. Co-CEOs Gustav Söderström und Alex Norström verdeutlichten gegenüber Investoren, dass das neue Instrument ausschließlich auf expliziter Einwilligung der Urheber basiere. Während Nutzer legal Remixes und Coverversionen erstellen könnten, würden die ursprünglichen Künstler nicht nur transparent gekennzeichnet, sondern auch finanziell an den Einnahmen beteiligt. Das Feature wird als kostenpflichtiges Add-on für Künstler konzipiert und soll damit einen nachhaltigen neuen Umsatzkanal innerhalb des Streaming-Ökosystems etablieren. Norström betonte, dies stelle den ersten regelkonformen Weg dar, die KI-Entwicklung im Bereich interaktiver Musik gewinnbringend zu nutzen. Der strategische Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund eines rasanten Anstiegs automatisch generierter Inhalte auf Streamingdiensten. Konkurrenten wie Deezer verzeichneten jüngst, dass über die Hälfte aller täglichen Uploads bereits KI-generiert seien, ein Wert, der sich seit Januar 2025 verfünffacht hat. Spotify plant den Rollout zunächst als Research-Preview für einen begrenzten Nutzerkreis. Ein vollständiger Katalog werde für den Start nicht zwingend vorausgesetzt. Ein exaktes Veröffentlichungsdatum wurde nicht genannt. Söderström verwies darauf, dass die bloße Generierung von KI-Musik unabhängig von der Plattform stattfinden werde, das interaktive Remix-Tool jedoch eine Marktlücke fülle. Es ermögliche etablierten Künstlern, die technologische Entwicklung aktiv mitzugestalten, anstatt nur passiv von ihr betroffen zu sein.
