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vor 2 Monaten

ASML-CEO: Niemand bedroht unser Monopol

ASML, der führende niederländische Hersteller von Lithografiesystemen, dominiert den Markt für die Produktion hochmoderner Halbleiter, die für künstliche Intelligenz unverzichtbar sind. Das Unternehmen stellt die weltweit einzigen Maschinen her, die extreme Ultraviolett-Lithografie nutzen können, um mikroskopische Strukturen auf Siliziumwafern zu drucken. Diese Apparaturen, die teilweise die Größe eines Schulbusses haben und zwischen 200 und 400 Millionen Dollar kosten, machen ASML mit einem Börsenwert von über 530 Milliarden Euro zum wertvollsten Unternehmen Europas. Christophe Fouquet, der seit 2024 als CEO des Konzerns fungiert, bestätigte in einem Interview, dass das Unternehmen den rasanten KI-Boom nicht exakt vorhergesehen habe, ihn aber nun als gesellschaftliche Revolution begreift. Die Nachfrage übersteigt derzeit die globale Angebotskapazität drastisch. Experten gehen davon aus, dass die Welt mehrere Jahre lang nicht genügend Chips liefern kann, selbst wenn ASML seine Produktionskapazität maximiert. Trotz dieser Marktführerschaft gibt es Bemühungen von Wettbewerbern, wie dem mit Peter Thiel verbundenes Startup Substrate, das behauptet, eine rivalisierende Lithografie-Maschine entwickeln zu können. Fouquet bewertet diese Chancen jedoch als gering. Er erklärt, dass ASML dank jahrzehntelanger Entwicklung und einer Zusammenarbeit mit Hunderten von Zulieferern ein technologisches Ökosystem geschaffen habe, das kaum replizierbar ist. Während es einfach erscheinen mag, ein Bild zu erzeugen, sei die Serienfertigung mit Nanometer-Genauigkeit bei hohen Geschwindigkeiten und niedrigen Kosten die eigentliche Herausforderung. Ein ähnliches Unterfangen habe bereits 30 Jahre gedauert, bevor die erste EUV-Maschine industrietauglich wurde. Auch Gerüchte über reverse Engineering durch ehemalige ASML-Ingenieure in China entkräftet der CEO. Er weist darauf hin, dass ASML seit langem keine EUV-Maschinen an China exportiert und daher keine entsprechende Schulung oder Zugangsmöglichkeit vor Ort besteht. Die strikte Trennung von Zugriff und Wissen innerhalb des Unternehmens schütze die Technologie vor Diebstahl. Ein neues Gerät mit höherer numerischer Apertur (High-NA) koste zwar bis zu 350 Millionen Dollar, senke aber die Herstellungskosten pro Chip um 20 bis 30 Prozent. Fouquet betont, dass die Technologie auf einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren ausgelegt ist. Kurzfristige Lieferverzögerungen seien weniger problematisch als die langfristige strategische Ausrichtung. Zu den Exportkontrollen bezieht der CEO Stellung, indem er die Strategie von Nvidia-CEO Jensen Huang unterstützt. Diese sieht vor, durch eine Generationenkluft bei verkauften Technologien ein Sicherheitsgleichgewicht zu wahren. Während aktuelle Exportbeschränkungen es erlauben, veraltete Modelle nach China zu liefern, möchte ASML eine Lücke von zwei bis drei Generationen anstreben, um den Wettbewerb zu begrenzen, ohne den Geschäftsgang komplett einzustellen. Fouquet ist zuversichtlich, dass die enorme technologische Komplexität und die langjährige Expertenzusammenarbeit den Monopolstatus des Unternehmens nachhaltig schützen.

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