Indien fördert Deep-Tech-Startups mit 1,1 Milliarden-Dollar-Fonds
Indien hat einen neuen staatlich unterstützten Risikokapitalfonds in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar genehmigt, um die Finanzierung von High-Tech-Startups zu stärken. Das Programm, das erstmals im Januar 2025 in der Haushaltsrede der Finanzministerin vorgestellt wurde, erhielt nun die Zustimmung des Kabinetts – mehr als ein Jahr nach der Ankündigung. Ziel ist es, staatliche Mittel über private Kapitalgeber in Bereiche wie künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fertigung und andere „Deep-Tech“-Sektoren zu lenken, die hohe Investitionen und lange Entwicklungszeiträume erfordern. Der Fonds folgt dem „Fund-of-Funds“-Modell, bei dem der Staat Kapital an private Venture-Capital-Fonds bereitstellt, die dann direkt in Startups investieren. Im Vergleich zur ersten Version aus dem Jahr 2016, die 100 Milliarden Rupien (ca. 1,1 Milliarden US-Dollar) in 145 private Fonds fließen ließ und über 255 Milliarden Rupien (ca. 2,8 Milliarden US-Dollar) in mehr als 1.370 Startups investierte, ist der neue Fonds gezielter. Er konzentriert sich auf frühphasige Unternehmen, insbesondere im Bereich Deep Tech, und soll auch kleinere, regionale VC-Fonds stärken sowie die Investitionen über die großen Metropolen hinaus ausweiten. Die Regierung betont, dass das Programm flexibel gestaltet ist und auf umfassende Beratungen mit allen Beteiligten zurückgreift. Parallel dazu hat die Regierung die Rahmenbedingungen für Startups verschärft: Die maximale Laufzeit für die „Startup“-Status-Bestimmung wurde von 7 auf 20 Jahre verlängert, und die Umsatzgrenze für steuerliche und finanzielle Anreize wurde von 1 Milliarde auf 3 Milliarden Rupien (ca. 33 Millionen US-Dollar) angehoben. Diese Maßnahmen sollen tiefgreifende, langfristige Innovationen fördern, die traditionell schwer finanzierbar sind. Die Ankündigung erfolgt knapp vor dem India AI Impact Summit, zu dem globale Tech-Riesen wie OpenAI, Anthropic, Google, Meta, Microsoft und Nvidia sowie indische Konzerne wie Reliance Industries und Tata Group erwartet werden. Indien, mit über einer Milliarde Internetnutzern, gewinnt an Attraktivität für internationale Tech-Unternehmen. Gleichzeitig zeigt sich eine Verknappung privater Investitionen: Im Jahr 2025 sanken die Gesamtfinanzierung auf 10,5 Milliarden US-Dollar – ein Rückgang um über 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Finanzierungsrunden sank um fast 39 Prozent auf 1.518, laut Daten von Tracxn. IT-Minister Ashwini Vaishnaw betonte, dass die Zahl der Startups in Indien von unter 500 im Jahr 2016 auf über 200.000 gestiegen sei, wobei 2025 allein mehr als 49.000 neue Unternehmen gegründet wurden – ein Rekordjahr. Die Regierung sieht das neue VC-Programm als Schlüssel, um die Innovationskraft des Landes zu stärken und die Abhängigkeit von ausländischem Kapital zu reduzieren. Industrieanalysten sehen die Initiative als zentrales Signal für die strategische Ausrichtung Indiens auf technologische Selbstständigkeit. „Dies ist mehr als nur Geld – es ist eine langfristige Investition in die nationale Innovationssouveränität“, sagt ein Experte von Venture360. Die Regierung will mit dem Fonds die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Tech-Wettlauf stärken und gleichzeitig die Struktur der indischen Risikokapitallandschaft nachhaltig verbessern.
