Wall Street optimistisch bezüglich Micron: Marktkapitalisierung zeitweise höher als bei Meta und Tesla
Der US-amerikanische Speicherchip-Gigant Micron aus Idaho hat sich kürzlich an der Wall Street hervorgetan. Getrieben durch den Mangel an Speicherchips infolge des Aufbaus von KI-Rechenzentren übertraf die Marktkapitalisierung von Micron am Donnerstag kurzzeitig jene von Meta und Tesla und belieferte sich zum Freitagsschluss auf rund 1,27 Billionen Dollar, was nahezu mit beiden Konkurrenten übereinstimmte. In den vergangenen Monat stiegen die Aktienkurse von Micron um mehr als 236 % und schlossen bei 1.132 USD pro Aktie. Bis Mitte 2025 lagen die Kurse jedoch lange Zeit unter 100 USD. Im letzten Quartal zeigte Micron eine beeindruckende Leistung: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich auf 41,45 Milliarden USD, während der Gewinn von 1,88 Milliarden USD auf 28,2 Milliarden USD explodierte – ein Anstieg um fast das Fünfzehnfache gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen erwartet für das viertes Quartal einen Umsatz zwischen 49 Milliarden und 51 Milliarden USD. Dieses Wachstum resultiert aus der enormen Nachfrage nach Hochleistungs-Speicherchips wie HBM (High Bandwidth Memory), DRAM und NAND-Chips in AI-Servern. Giganten wie Nvidia, Microsoft, Amazon, Google und Meta haben Speichermodule massenhaft aufgekauft, was zu einer angespannten Versorgungslage geführt hat, die in der Branche als "Ramageddon" bezeichnet wird und voraussichtlich bis 2027 anhalten wird. Micron hat bereits 16 langfristige Lieferverträge unterschrieben, darunter Kooperationen mit Nvidia und Anthropic, um dem zyklischen Fallstrick traditioneller Speicherhersteller zu entkommen. Die Wall Street zeigt sich diesbezüglich optimistisch: Analysten von William Blair bestätigten erneut die Einstufung „Outperform" und sind überzeugt, dass das Gewinnwachstum von Micron nachhaltiger sein dürfte.
