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Forscher entwickeln sicherere Methode zur Pandemie-Jagd

Wissenschaftler haben eine sicherere Methode entwickelt, um potenzielle Pandemieviren frühzeitig zu identifizieren. Da unzählige Tierviren existieren und eines davon zukünftig zum Auslöser einer Pandemie werden könnte, ist es entscheidend vorherzusagen, welche dieser Viren in der Lage sind, menschliche Zellen zu infizieren. Eine neue Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, stellt ein elegantes und leistungsstarkes Verfahren vor, mit dem Forscher die immense Vielfalt tierischer Viren durchsuchen können, ohne sich dabei einer Infektionsgefahr auszusetzen. Das Kernelement jeder Infektion ist das Anhaften eines Virus an ein spezifisches Molekül auf der Oberfläche einer Wirtszelle, dem sogenannten Eintrittsrezeptor. Wenn ein Virus auf eine neue Wirtsart trifft, scheitert es oft bereits an diesem ersten Schritt, da die Rezeptoren auf den Zellen des neuen Wirtes anders aufgebaut sind als diejenigen, an die das Virus gewohnt ist. Wenn wir vorhersagen könnten, welche Viren die menschlichen Eintrittsrezeptoren nutzen können, wüssten wir, welche Viren besondere Aufmerksamkeit erfordern, um das Pandemierisiko zu minimieren. Allerdings ist für die meisten Viren nicht bekannt, welche Rezeptoren sie nutzen und ob diese Rezeptoren im Menschen vorkommen. Ein Forscherteam im Vereinigten Königreich konzentrierte sich auf die Familie der Alphacoronaviren. Diese umfasst zwei Viren, die bei Menschen gewöhnliche Erkältungen verursachen, sowie zahlreiche andere Viren, die Fledermäuse infizieren. Da diese Viren genetisch mit den Betacoronaviren verwandt sind, zu denen auch SARS-CoV-2 gehört, das die COVID-19-Pandemie auslöste, bestand die Frage, ob ein Alphacoronavirus ähnlich verlaufen könnte. Um das Bindungsverhalten zu untersuchen, ohne sich gefährlichen Erregern auszusetzen, entwickelten die Wissenschaftler sogenannte pseudotyierte Viren. Dabei handelt es sich um inaktive Partikel, die auf ihrer Oberfläche die Spike-Proteine eines echten Virus tragen. Diese können sich zwar an Zellen heften, sich aber nicht vermehren, was sie vollständig ungefährlich für Laborexperimente macht. Die Studie bestätigte die Erwartungen: Während die bekannten Erkältungsviren fest an menschliche Zellen binden, konnten die meisten anderen Alphacoronaviren dies nicht. Eine Ausnahme bildete jedoch das Virus KY43, das zuvor in Herzfledermäusen in Kenia gefunden worden war. Es konnte sehr gut an ein menschliches Protein binden. Trotz dieser Fähigkeit bestehen noch weitere Hürden für eine erfolgreiche Infektion, sodass eine unmittelbare Gefahr nicht besteht. Verwandte Viren sind weltweit in Fledermäusen verbreitet, doch die meisten können menschliche Rezeptoren nicht effektiv nutzen. Nur in einer relativ kleinen Region Ostafrikas finden sich Viren, die dies können. Bisher gibt es in Kenia keine Anzeichen einer Infektion bei Menschen. Dennoch markiert die Studie KY43 als ein Virus, das weiterhin beobachtet werden sollte. Die Forschung ist ein wichtiger Beweis dafür, wie eine Risikobewertung vor einer Pandemie sicher durchgeführt werden kann. Solche Screening-Verfahren lassen sich auf jedes Virus anwenden, dessen Genomsequenz bekannt ist. Dies ermöglicht es, künftige Bedrohungen zu erkennen, lange bevor sie zu einer echten Gefahr für die Menschheit werden, und gezielt Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

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