Kerninspirierte Serverkühlung
Das KI-Zeitalter treibt den Ausbau von Rechenzentren voran, was den Stromverbrauch erheblich steigert. Das Startup Ferveret entwickelte ein nuklearinspiriertes Kühlsystem, das den Betrieb nachhaltiger und effizienter gestaltet. Gegründet 2021 von den MIT-Forschern Reza Azizian und Prof. Matteo Bucci, nutzt die Firma Verfahren der Wärmeübertragung aus der Reaktortechnik zur Kühlung von Servern. Das Adaptive Phase Cooling taucht Computermodule in eine spezialisierte Flüssigkeit, die Wärme deutlich effizienter ableitet als Luftkühlung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Eintauchsystemen erzeugt das System durch angepassten Siedeprozess mikroskopisch kleine Dampfbläschen an der Serveroberfläche. Diese lösen sich schneller und kondensieren umgehend wieder, wodurch der Wärmetransfer beschleunigt wird. Das Verfahren kommt vollständig ohne Wasserverbrauch aus und verzichtet auf umweltschädliche PFAS-Chemikalien. Erste Tests mit Partnern wie CleanSpark, FuriosaAI und Switch sowie eine Studie in Zusammenarbeit mit der UCLA bestätigen die Wirksamkeit. Gegenüber modernen Flüssigkühllösungen verbessert die Technologie die Rechenleistungseffizienz um 15 Prozent. In Kombination mit einer Echtzeit-Stromregelungssoftware steigern Datenzentren den Ausstoß von KI-Token um 35 Prozent bei gleichem Energieverbrauch. Die technische Modularität ermöglicht den Einbau in Standard-Racks und vereinfacht Wartung sowie Integration in bestehende Infrastrukturen. Ferveret liefert vollständige Systeme inklusive Kühlboxen, Rack-Lösungen, Verteilereinheiten und Sensoren. Die zugehörige Steuerungssoftware optimiert laufend Temperatur und Druck, um den Energieverbrauch zu minimieren. Mit diesem Ansatz adressiert Ferveret zwei Kernprobleme der wachsenden KI-Branche: den steigenden Strombedarf und die Wasserknappheit in zahlreichen Regionen. Da das System unabhängig von Kühlwasser arbeitet, eröffnen sich Standorte in sonnenreichen Gebieten wie Afrika, dem Nahen Osten und dem südlichen USA, die sonst für Rechenzentren ungeeignet wären. Das Startup ist im Nvidia-Inception-Programm aktiv und führt Gespräche mit großen Cloud-Anbietern. Ausweitung der Partnerschaften und Skalierung der Technologie sind für das laufende Jahr geplant. Ferveret positioniert sich damit als Lösungsanbieter für eine ressourceneffiziente und skalierbare KI-Infrastruktur.
