Meta entfernt Kamera aus neuen Smart Glasses
Auf der Meta Connect im Firmencampus von Menlo Park hat das Technologieunternehmen seine Marktstrategie im Bereich KI-Brillen weiter vorangetrieben. Im Fokus stand die Vorstellung der Ray-Ban Meta Audio Glasses, die erstmals vollständig auf eine Kamera verzichten. Alex Himel, Vizepräsident für Wearables, begründete die Entscheidung mit der Erkenntnis, dass Audiofunktionen und persönliche KI-Assistenten den höchsten Nutzungsnutzen bieten. Das kameralose Modell wiegt etwa 43 Gramm, verfügt über bis zu zwölf Stunden Akkulaufzeit und startet bei 349 US-Dollar. Die Konstruktionsänderungen ermöglichen schlankere Bügel und eine höhere Alltagstauglichkeit. Ergänzend wurde die dritte Generation der bisherigen Ray-Ban Meta Smart Glasses präsentiert. Dieses Modell behält die Kamera bei, integriert ein sechstes Mikrofon für klarere Sprachqualität, unterstützt Dolby Atmos und steigt ab 449 US-Dollar in den Markt ein. Auch die bisherige Budgetlinie Meta Glasses erhielt Erweiterungen. Neben neuen Designs stehen limitierte Kollaborationen mit Kylie Jenner und Lisa von Blackpink zur Verfügung. Himel erklärte, diese Partnerschaften sollen gezielt die weibliche Käuferschichte ansprechen und die Produktpalette diversifizieren. Softwareseitig wird der persönliche KI-Agent Muse auf allen verfügbaren Brillenvarianten ausgerollt. Das System soll kontextbezogene Dienstleistungen erbringen und Nutzer bei Alltagsaufgaben unterstützen. Parallel dazu wurde eine FDA-zugelassene Hörverstärkungsfunktion angekündigt, die per künstlicher Intelligenz Sprachsignale in geräuschvollen Umgebungen filtert und über eine einmalige Gebühr von 149 US-Dollar aktivierbar ist. Angesichts zunehmender Kritik an datensammelnder Wearable-Technologie hat Meta zwei Datenschutzmaßnahmen vorgestellt. Das neue Private Processing führt eine serverbasierte, verschlüsselte Datenverarbeitung ein, die den Zugriff von Meta und Drittanbietern auf Nutzdaten beschränkt. Zudem kann die Nutzung visueller Aufnahmen für das KI-Training explizit deaktiviert werden, wobei Audioabfragen weiterhin zum Modelltraining dienen. Metas Strategie konzentriert sich auf massive Produktvielfalt und schrittweise KI-Integration, um die dominante Position im nächsten mobilen Datenmarkt zu sichern. Bis Jahresende sollen über hundert Brillenvarianten verfügbar sein. Während kameralose Designs und Privacy-Updates bedenklichen Nutzern entgegenkommen sollen, bleibt die öffentliche Debatte über alltägliche Überwachung und Datensouveränität außerhalb des Firmenumfelds weiterhin ungeklärt. Die Präsentation unterstreicht den Versuch des Unternehmens, Technologieakzeptanz durch Flexibilität und gezielte Marktbearbeitung zu fördern.
