Ex-Meta-Chef warnt vor AI-Blase und möglicher Korrektur
Der ehemalige Meta-Executive Nick Clegg warnt vor einer möglichen Korrektur im KI-Boom. In einem Interview mit CNBC sagte der 58-jährige, der von 2010 bis 2015 britischer stellvertretender Premierminister war und von 2018 bis Januar 2024 bei Meta in Führungspositionen tätig war, dass die derzeitige Dynamik im KI-Sektor „eindeutige Merkmale einer Blase“ aufweise. Er verwies auf die extrem hohen Bewertungen, die Unternehmen im KI-Bereich erreichen, sowie auf das ständige, fast stündliche Geschäft mit Investitionen und Partnerschaften. „Es gibt einfach eine Art Ausbruch, eine Art Spasmus von Deals“, sagte Clegg. Diese Entwicklung erinnere an frühere Technologieblase-Phasen, was die Möglichkeit einer Korrektur nahelege. Clegg betonte, dass die Entwicklung von KI-Infrastruktur – insbesondere riesige Rechenzentren – enorme Kapitalaufwendungen erfordere, die nur dann rechtfertigbar seien, wenn Unternehmen nachweisen könnten, dass sie langfristig profitabel sind. Zudem gebe es technische Grenzen bei der aktuellen probabilistischen KI-Technologie, die es schwer machen könnten, das versprochene „heilige Gral“ der Superintelligenz zu erreichen. Dennoch betonte er, dass die KI-Technologie selbst weiterbestehen und sich weiterentwickeln werde, auch wenn derzeitige Erwartungen überzogen sein könnten. Die von KI-Infrastruktur gebauten Systeme könnten zudem für andere Anwendungen nutzbar gemacht werden. Seine Aussagen stehen im Gegensatz zu anderen führenden Tech- und Finanzexperten. So argumentierte der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt auf der RAISE Summit in Paris, dass es sich nicht um eine Blase handele, sondern vielmehr um den Aufbau einer neuen industriellen Struktur. JPMorgan-Chef Jamie Dimon äußerte sich zurückhaltender: Während er KI nicht als Gesamtbubble ansieht, fordert er eine differenzierte Betrachtung einzelner Projekte. „Man muss prüfen, ob ein Unternehmen wirklich produktive Fähigkeiten entwickelt, die die Investition rechtfertigen“, sagte er. Industrieanalysten sehen in Cleggs Warnung eine berechtigte, wenn auch vorsichtige Einschätzung. Die derzeitige KI-Entwicklung ist geprägt von übermäßiger Hype, hoher Investitionsbereitschaft und unklaren monetären Modellen. Unternehmen wie OpenAI haben bereits Deals im Wert von einer Billion US-Dollar abgeschlossen, um Rechenleistung von Herstellern wie Nvidia, AMD und Oracle zu sichern. Ob diese Investitionen langfristig tragfähig sind, bleibt abzuwarten. Clegg, der mittlerweile nicht mehr in der Tech-Branche tätig ist, vertritt eine kritische Perspektive, die angesichts der enormen Ressourcen, die in KI fließen, als wichtig erachtet wird. Seine Warnung unterstreicht die Notwendigkeit von Realismus und langfristiger Planung, um eine mögliche Enttäuschung nach einem möglichen Kurswechsel zu vermeiden.
