AI revolutioniert Hollywood: Neue Filmemacher ohne Schulbildung
Marc Andreessen, der renommierte Investor und Mitbegründer des Venture-Capital-Unternehmens A16z, ist überzeugt, dass Künstliche Intelligenz (KI) eine tiefgreifende Transformation im Filmgeschäft auslösen wird. In einer Episode seiner Podcastreihe „Monitoring the Situation“ betonte er, dass fortschrittliche KI-Tools wie OpenAIs Sora 2 es künftig ermöglichen, Filme zu erstellen, ohne über visuelle Fähigkeiten, Zugang zu Sets, Kameras oder Schauspielern zu verfügen. Laut Andreessen könnte ein kreativer Mensch mit einer einfachen Idee, aber ohne traditionelle Filmkenntnisse, nun eine vollständige Produktion realisieren – zunächst als Kurzfilme oder Animationen, später möglicherweise sogar als Spielfilme. Er sieht darin eine enorme Demokratisierung der Filmkunst, die Menschen mit künstlerischem Talent, aber ohne finanzielle Mittel oder technische Ausbildung in die Lage versetzt, ihre Visionen zu verwirklichen. „Ich sehe hier eine tiefgreifende Optimismus, weil wir völlig neue Arten von Filmen und Unterhaltung von Menschen erhalten werden, die sonst nie Zugang zum Medium gehabt hätten“, sagte er. Andreessen betont, dass KI nicht nur die Produktionskosten senkt, sondern auch kreative Barrieren abbaut. Sein Unternehmen A16z hatte bereits im Vorjahr in Promise investiert, ein Studio, das KI zur Erstellung von Filmen und anderen kreativen Projekten nutzt. Diese Entwicklung steht im Spannungsfeld zu wachsenden Bedenken in der Branche: Während einige Produzenten KI als Werkzeug zur Effizienzsteigerung sehen, befürchten andere, dass sie Arbeitsplätze gefährden. Die Streiks der Writers Guild of America (WGA) im Jahr 2023 waren teilweise auf Bedenken bezüglich der Nutzung von KI in der Film- und Serienproduktion zurückzuführen. Zudem gibt es kontinuierliche Diskussionen über Urheberrechtsfragen, insbesondere bezüglich der Daten, mit denen KI-Modelle trainiert werden – oft ohne ausdrückliche Genehmigung der Urheber. Auch in anderen Bereichen der Unterhaltungsindustrie wird KI kontrovers diskutiert. Spotify kündigte kürzlich eine Partnerschaft mit großen Plattenlabels an, um „künstlerzentrierte KI-Musikprodukte“ zu entwickeln. In einer Erklärung warnte das Unternehmen vor der Gefahr, dass Tech-Unternehmen Urheberrechte ignorieren könnten, wenn die Musikindustrie nicht selbst die Führung übernimmt: „Wenn die Musikindustrie nicht jetzt führt, wird KI-Innovation anderswo stattfinden – ohne Rechte, Zustimmung oder Entschädigung.“ Industrieanalysten sehen in Andreessens Vision eine realistische, wenn auch noch nicht voll ausgereifte Zukunft. KI könnte tatsächlich neue kreative Ströme freisetzen, doch die Balance zwischen Innovation und Rechtschutz bleibt entscheidend. Die Frage, wer die Kontrolle über KI-generierte Inhalte behält, wird zentral für die Zukunft der kreativen Branche bleiben.
