Nuklearsilos der kalten Zeit demontiert
Der ehemalige, stillgelegte Nuklearbunker für Titan-I-Raketen nahe Denver, Colorado, erlebt eine radikale Transformation unter der Leitung des australischen Unternehmers und Venture-Capitalisten Nik Halik. Im Jahr 2021 erwarb Halik die über 165 Fuß tiefe Anlage für mehr als 10 Millionen US-Dollar von der US-Regierung. Das Ziel ist die Umwandlung des historischen Cold-War-Bunkers in ein hochmodernes Rechenzentrum für künstliche Intelligenz. Der Bunker wurde 1959 im Wert von damals 47 Millionen Dollar errichtet und diente ursprünglich dazu, drei Raketen mit einer Sprengkraft von 4,5 Megatonnen einsatzbereit zu halten. Die Anlage verfügt über eine Tiefe von 165 Fuß und besteht aus 17 distincten Kammern, die durch ein 4.500 Fuß langes Tunnelsystem verbunden sind. Die Konstruktion entspricht Ingenieursstandards auf dem Niveau des Hoover-Dams, mit Stahlbetonwänden, die jedem quadratischen Zoll einem Druck von bis zu 15.000 Pfund standhalten können. Ursprünglich versorgten vier große Dieselmotoren die Anlage unabhängig vom Stromnetz. Halik, der sich selbst als „Thrillionär" bezeichnet und für extreme Projekte bekannt ist, wie etwa das Tauchen zur Titanic oder das Skydiving über dem Mount Everest, sieht sich als „Value-Facturer". Für ihn steht die Aufwertung von unterschätzten Strukturen im Vordergrund. Die Renovation der über 200.000 Quadratmeter großen Anlage, die seit über vier Jahren läuft, kostet geschätzt 30 Millionen US-Dollar. Dabei stößt das Team auf versteckte Gefahren. Der Keller ist mit Zyanid, Quecksilber, Asbest und bleihaltiger Farbe kontaminiert, was eine sorgfältige und gefährliche Sanierungsarbeit erfordert. Die Pläne für die Zukunft der Anlage sind vielfältig. Während ein Teil des Bunkers als Museum erhalten bleiben soll, wo Historie und Technik des Kalten Krieges beleuchtet werden, sind andere Bereiche für kreative Nutzungen vorgesehen. Halik plant beispielsweise die Umgestaltung eines Raumes in eine Diskothek mit DJ, Bar und Shows im Stil von Cirque du Soleil. Diese Vision knüpft an ähnliche Projekte an, wie das „Twistflower"-Projekt in New Mexico, wo eine andere stillgelegte Silo in Kürze das Musikfestival ATOMIKA hosten soll. Der Kern des Projekts bleibt jedoch die Umwandlung in ein Rechenzentrum. Die Stromkuppel, die einst die Raketen starteten, soll erneut Energie liefern, nun aber für IT-Infrastruktur. Halik beabsichtigt, die alte Dieselinfrastruktur durch kleine Kernreaktoren zu ersetzen, um die Anlage vollständig autark zu machen und den Aufwand für die Treibstoffbeschaffung zu vermeiden. Da die Anlage über ein eigenes, isoliertes Energieversorgungssystem verfügt, ist sie besonders sicher gegen Ausfälle im öffentlichen Stromnetz geschützt. Die Nachfrage von Technologie- und KI-Unternehmen nach solchen Standorten ist bereits gestiegen. Immer mehr Firmen suchen nach Möglichkeiten, Rechenzentren unterirdisch zu betreiben, um Schutz vor äußeren Einflüssen zu gewährleisten und Energieeffizienz zu maximieren. Halik hat bereits das Interesse von Tech-Firmen geweckt, die in diese innovative Infrastruktur investieren könnten. Durch die Sanierung dieser historischen Militäranlage zeigt Halik erneut sein Vermögen, alte Strukturen in zukunftsweisende Projekte zu verwandeln und dabei gleichzeitig die einzigartige Geschichte des Ortes zu bewahren.
