Gemini nähert sich ChatGPT an – Walmart-Partnerschaft und neuer Handels-Protokoll-Standard entscheidend für 2026
Google’s Gemini ist auf einem starken Aufwärtstrend und verengt zunehmend die Lücke zu OpenAI’s ChatGPT. Nach einem langsamen Start hat der KI-Chatterbot in den letzten Monaten erhebliche Fortschritte gemacht: Er führt nun mehrere Benchmark-Tests an, gewann die Aufmerksamkeit von Branchenexperten und zwang OpenAI zu einem „Code-Red“-Alarm. Ein entscheidender Schritt in dieser Entwicklung ist die neue Partnerschaft mit Walmart, dem weltweit größten Einzelhändler. Ab sofort empfiehlt Gemini bei Suchanfragen automatisch relevante Produkte aus dem Walmart- und Sam’s Club-Portfolio – basierend auf dem Kaufverhalten der Nutzer, sowohl online als auch im Laden. Für Nutzer mit verknüpftem Walmart-Konto ermöglicht die Integration schnelle Lieferungen innerhalb von drei Stunden, teilweise sogar in nur 30 Minuten. Walmart-Chef John Furner sieht darin eine bahnbrechende Veränderung im Einzelhandel: „Der Übergang von klassischer Suche zu agentenbasiertem Handel ist die nächste große Evolution im Einzelhandel – wir sind nicht nur Zeugen, sondern treiben sie voran.“ Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends: Die KI verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir Informationen suchen, sondern auch, wie wir einkaufen. Plattformen wie TikTok Shop oder Instagram Shopping haben bereits die klassische Online-Shopping-Erfahrung revolutioniert. Jetzt übernimmt die KI die Rolle eines persönlichen Einkaufsagents. Dabei spielt die neue „Universal Commerce Protocol“ von Google eine entscheidende Rolle. Gemeinsam mit Shopify, Etsy, Wayfair und Target hat Google ein offenes Standardprotokoll entwickelt, das es KI-Agenten ermöglicht, nahtlos über verschiedene Verkaufssysteme hinweg zu kommunizieren – von der Produktentdeckung bis zur Bezahlung. So kann ein Nutzer beispielsweise nach einem Koffer suchen, erhält sofort ein Neukundenangebot oder eine personalisierte Empfehlung für Reisezubehör, und schließt die Transaktion innerhalb weniger Tastenberührungen über Google Pay ab, ohne die Chat-Oberfläche verlassen zu müssen. Auch OpenAI reagiert mit eigener Technologie: Im September stellte das Unternehmen den „Agentic Commerce Protocol“ vor, der ebenfalls eine offene Standardschnittstelle für KI-gestützten Handel darstellt und mit Stripe entwickelt wurde. Er ermöglicht direkte Käufe in ChatGPT von über einer Million Shopify-Merchants und Etsy-Verkäufern. Beide Unternehmen streben also ähnliche Ziele an – die Schaffung einer nahtlosen, agentenbasierten Einkaufserfahrung. Google profitiert dabei von seiner umfassenden Ökosystem-Infrastruktur, die von Google Search und Android bis zu Google TV reicht, was die Integration in Alltagsszenarien erleichtert. Industrieanalysten sehen in der KI-gestützten Einkaufsrevolution eine der zentralen Entwicklungen bis 2026. Die Fähigkeit, Bilder und Videos zu verarbeiten, wird dabei entscheidend sein, um visuelle Produktentdeckung und virtuelle Probier- oder Anprobefunktionen zu ermöglichen. Gemini hat hier noch Nachholbedarf, aber mit der kontinuierlichen Verbesserung seiner multimodalen Fähigkeiten könnte es OpenAI bald gleichziehen. Die Partnerschaft mit Walmart ist ein klares Signal: Google will nicht nur KI-Technologie liefern, sondern die Zukunft des Handels aktiv gestalten.
