AMD-Aktien steigen um 12% ohne Firmennachrichten
Die Aktien von AMD stiegen an einem Freitag um zwölf Prozent, obwohl das Unternehmen selbst keine neuen geschäftlichen Mitteilungen herausgegeben hatte. Dieser überraschende Anstieg der Kurswerte war nicht auf interne Unternehmensentwicklungen zurückzuführen, sondern wurde durch positive Signale aus der gesamten Halbleiterbranche getrieben, insbesondere durch die Ankündigung von Konkurrent Intel. Intel hatte seine Guidance für das zweite Quartal überraschend stark ausfallen lassen, was auf eine Wiederbelebung der Nachfrage nach Server-Central Processing Units (CPUs) hindeutet. Der Aufschwung in der Branche führte dazu, dass viele Marktteilnehmer den gesamten Sektor der CPU-Hersteller und Anbieter von Rechenzentrumsausrüstung optimistisch bewerteten. Analysten von Citigroup hoben diese Entwicklung hervor. Atif Malik, Analyst bei Citigroup, berichtete, dass Intel nun ein doppelstelliges Wachstum bei den Server-CPU-Absatzzahlen für das Jahr 2026 erwartet. Dies stellt eine deutliche Abkehr von den Prognosen dar, die das Unternehmen noch vor sechs Monaten abgegeben hatte, welche nur ein leichtes Wachstum vorausgesagt hatten. Aufgrund dieser Entwicklung hob Citigroup die Bewertung der Intel-Aktie von neutral auf kaufen an. Das allgemeine Bild für Wall Street zeigt eine Gruppe von Unternehmen, die von einer verbesserten Teilnahme am Wachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und der damit verbundenen Infrastruktur profitieren. Suji Desilva vom Finanzdienstleister Roth unterstrich dies, indem sie deutlich erhöhte Kursziele für Intel verabschiedete, um diese an die Bewertungsmultiplikatoren von KI-Infrastruktur-Nachbarn wie AMD, Marvell, CoreWeave und Alibaba anzupassen. Alle diese Papiere wurden als Kaufempfehlung eingestuft, wobei AMD in dieser Betrachtung eine zentrale Rolle spielt. Trotz der positiven Stimmung blieb jedoch die Konkurrenz zwischen den beiden Giganten im Fokus der Analysten. Tom O'Malley von der Bank Barclays fragte sich, ob Intel Marktanteile an den rivalisierenden Anbieter AMD verlieren könnte. In seiner negativen Szenario-Berechnung ging O'Malley davon aus, dass Intel Marktanteile verliert und dies zu einer entsprechend niedrigeren Bewertung führt. Seine untere Preisprognose von 40 US-Dollar basierte auf einer durchschnittlichen Gewinnspanne pro Aktie im Jahr 2027 von 0,85 US-Dollar. Diese Einschätzung berücksichtigte sowohl die erwartete Verdrängung von Intel durch AMD als auch andere marktrelevante Faktoren. Der Handel mit Intel-Aktien lag am frühen Freitag bei etwa 81 US-Dollar, während AMD als Hauptnutznießer der gestiegenen Zuversicht in die gesamte CPU-Branche fungierte. Die Marktreaktion verdeutlicht, wie stark die Bewertung von Halbleiterunternehmen voneinander abhängt, selbst wenn ein Unternehmen keine eigenen Neuigkeiten vermeldet. Die Dynamik im Segment der Server-CPU wird zunehmend durch den Bedarf an KI-Infrastruktur bestimmt, der beide Hauptakteure vorantreibt, aber gleichzeitig die Intensität des Wettbewerbs zwischen den beiden Firmen weiter verschärft. Investoren sehen nun Anzeichen dafür, dass der Markt für Rechenleistung, der lange Zeit stagnierte, wieder in Bewegung gerät, wobei die Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich optimistischer ausfallen als zuvor angenommen.
