Trump-Administration hält AI-Regulierungsaufschub für Bundesstaaten
Die Trump-Regierung könnte ihre Pläne zur Bekämpfung von Bundesstaatsregulierungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) aufgegeben haben. Zuvor hatte Präsident Trump in einer Social-Media-Postung betont, dass die Branche „einen einheitlichen Bundesstandard“ benötige, anstatt „einen Wirrwarr aus 50 staatlichen Regulierungsregimen“. Dieser Ansatz war ursprünglich Teil des „Big Beautiful Bill“, eines umfassenden Technologiegesetzes, das ursprünglich eine zehnjährige Sperre für staatliche KI-Regulierungen vorsah. Diese Klausel wurde jedoch im Senat mit einer nahezu einstimmigen Abstimmung von 99:1 gestrichen. An ihre Stelle trat nun ein neuer Ansatz: Die Regierung soll einen Exekutivbefehl vorbereiten, der eine „KI-Rechtsstreit-Taskforce“ einrichten würde, um staatliche KI-Gesetze gerichtlich anzufechten. Zudem wurden Staaten, die solche Gesetze verabschiedet hatten, mit dem Verlust von Bundesmittel für Breitbandinfrastruktur bedroht. Doch nach Berichten von Reuters wurde dieser Exekutivbefehl nun vorläufig ausgesetzt. Die geplante Maßnahme hätte erhebliche Widerstände hervorgerufen, auch innerhalb der Republikanischen Partei, die zuvor die ursprüngliche Moratoriums-Klausel kritisiert hatte. Kritiker argumentierten, dass eine zentrale Kontrolle durch den Bund die Innovation behindern und die Vielfalt der regionalen Bedürfnisse ignorieren würde. Zudem ist die Debatte um KI-Regulierung in der Tech-Branche hochkontrovers. Während einige Tech-Unternehmen und Führungskräfte innerhalb der Trump-Administration Unternehmen wie Anthropic angriffen, weil diese KI-Sicherheitsgesetze – darunter Kaliforniens SB 53 – unterstützten, sehen andere Branchenakteure eine Notwendigkeit für klare, verbindliche Regeln, um öffentliches Vertrauen zu stärken. Die vorläufige Aussetzung des Exekutivbefehls signalisiert möglicherweise eine Kurskorrektur der Regierung, die sich zwischen der Forderung nach einheitlichen Standards und dem Respekt vor staatlicher Autonomie und regulatorischer Vielfalt bewegt. Die Entwicklung unterstreicht die Spannung zwischen zentraler Kontrolle und regionaler Flexibilität im schnell wachsenden KI-Sektor. Experten sehen darin auch eine Chance für einen Kompromiss: Eine Kooperation zwischen Bund und Bundesländern könnte eine pragmatische Lösung bieten, die Innovation fördert, gleichzeitig aber Risiken wie Bias, Datenschutzverletzungen und unkontrollierte KI-Anwendungen adressiert. Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Google haben in den letzten Monaten aktiv an der Gestaltung von KI-Rahmenwerken mitgewirkt, wobei einige von ihnen sich für eine moderate, aber wirksame Regulierung ausgesprochen haben. Die US-Regierung steht nun vor der Herausforderung, eine Balance zwischen wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, technologischer Führung und gesellschaftlicher Sicherheit zu finden. Die Aussetzung des Exekutivbefehls könnte ein erster Schritt in Richtung einer kooperativen, statt konfrontativen KI-Regulierung sein.
