Groq bestätigt Finanzierung in Höhe von 650 Millionen US-Dollar und richtet sich nach der Abwerbung durch Nvidia auf Cloud-Inferenzgeschäfte aus
Der KI-Chip-Startup Groq hat kürzlich die Abschluss einer neuen Finanzierungsrunde in Höhe von 650 Millionen US-Dollar bekannt gegeben, was zuvor durch entsprechende Berichte bestätigt wurde. Die Runde wird vom Dallaser Spätphasen-Investor Disruptive angeführt, dessen Gründer Alex Davis zugleich den Vorsitz im Aufsichtsrat von Groq übernimmt; beteiligt ist auch der Hedge-Fund Infinitum aus Florida. Diese Finanzierung erfolgt nur etwa ein halbes Jahr nach dem Geschäft zwischen Nvidia und Groq. Im Dezember letzten Jahres unterzeichnete Nvidia mit Groq eine nicht-exklusive Lizenzvereinbarung für Technologien, wodurch das Unternehmen Nutzungsrechte an seinen Language Processing Unit-(LPU)-Chips erwarb und Schlüsselkräfte wie CEO und Mitgründer Jonathan Ross sowie Präsident Sunny Madra abwarb. Der aktuelle Bewertungsstand von Groq wurde nicht veröffentlicht; nach der vorherigen Finanzierungsrunde über 750 Millionen US-Dollar im September 2024 belief sich die Bewertung des Unternehmens auf 6,9 Milliarden US-Dollar. Ross stammt von Google und war an der Entwicklung der dortigen KI-Chips TPU beteiligt; vor zehn Jahren gründete er gemeinsam mit einem weiteren Google-Ingenieur, Doug Wightman, Groq. Nach dem Deal mit Nvidia blieb Wightman im Unternehmen und hat nun die Position des CEOs übernommen. Daraufhin stellte Nvidia auf seiner GTC-Konferenz im März das Nvidias Groq 3 LPX Inference-Hardware-System vor, das auf der Technologie von Groq basiert. Angesichts der Situation, dass Kern-Intellectual Property geteilt werden muss, verlagert Groq seine geschäftlichen Schwerpunkte hin zu „Neocloud“-Inferenzdiensten. Dieses Segment betreibt 13 Rechenzentren in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Asien-Pazifik, bedient mehr als fünf Millionen Entwickler und tausende KI-Unternehmen und verarbeitet wöchentlich Billionen von Tokens. Parallel zum Wechsel in der Führungsebene holte Groq Alan Rice, ehemaligen Manager bei xAI und Meta, als COO ins Boot, Sinclair Schuller, Co-Gründer von Apprenda, als CTO sowie Rakesh Malhotra mit Hintergrund in Microsofts Cloud-Geschäft als CPO. Analysten weisen darauf hin, dass trotz des intensiven Wettbewerbs im Bereich Inferenztechnologien die Nachfrage weiterhin hoch bleibt und Groqs Transformation erfolgreich sein könnte. Ähnlich zeigte Scale AI nach einem sogenannten „Acqui-hire“-Deal mit Meta über rund 14,3 Milliarden US-Dollar eine Erholung seines Geschäfts.
