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KI-Einkaufswagen erhöhen Warenkorbwert und Verweildauer

Eine aktuelle Studie der Bayes Business School der City, University of London untersucht die Auswirkungen KI-gestützter intelligenter Einkaufswagen im Einzelhandel. Die Technologie, die mittlerweile in mehreren britischen und deutschen Supermarktketten im Probebetrieb ist, integriert Tablets an den Griffen, um digitale Einkaufslisten, personalisierte Produktempfehlungen, Navigation im Markt sowie bargeldloses Bezahlen zu ermöglichen. Die Forscher analysierten 12.418 Einkaufsszenarien über einen Monat hinweg, davon 9.422 mit Nutzung der digitalen Ausstattung. Die Ergebnisse zeigen signifikante Umsatzsteigerungen: Kunden mit KI-Einkaufswagen geben bis zu ein Drittel mehr aus und verweilen länger im Geschäft. Eine detaillierte Auswertung der Interaktionen offenbart jedoch komplexe Verhaltensmuster. Nutzer, die den Bildschirm mehr als zwanzig Mal berühren, zeigen ein hedonistisches Einkaufsverhalten. Sie kaufen zwar mehr Artikel und verbringen mehr Zeit im Laden, das Gesamtausgabenvolumen steigt jedoch nicht proportional an. Kritisch zeigt sich der Effekt ab fünfzehn bis zwanzig Bildschirmkontakten: Sowohl die Ausgaben als auch die Warenkorbgröße sinken tendenziell. Dies deutet darauf hin, dass eine rein unterhaltungsorientierte oder übermäßige Nutzung der Geräte die Kaufentscheidungen ablenkt und den wirtschaftlichen Ertrag mindert. Leitende Forscherin Dr. Sabrina Gottschalk und Mitautor Dr. Yusuf Oc betonen das Potenzial der Technologie bei gezielter Anwendung. Digitale Assistenzsysteme steigern das Kundenengagement und schaffen neue Werbeflächen für Sonderangebote. Um die positiven Effekte zu maximieren, empfehlen die Experten den Einsatz von Treueprogrammen als Anreiz zur Nutzung. Zudem sei ein zeitgesteuertes Marketing ratsam: Hochwertige Artikel sollten nachmittags und am Wochenende beworben werden, wenn die Kundenaktivität am stärksten ausgeprägt ist. Abends hingegen lassen sich Neuprodukte gezielt platzieren. Gleichzeitig warnt die Forschung vor einer übermäßigen Abhängigkeit von digitalen Hilfsmitteln. Die Optimierung der Mensch-Maschine-Interaktion bleibt entscheidend, um Kaufimpulse durch die Technik gezielt zu lenken, anstatt sie durch Ablenkung zu unterlaufen. Einzelhändler, die bereits auf digitale Wagen setzen, können mit datenbasierten Insights ihre Customer Journey nachhaltig optimieren.

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