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US-Startup wirft chinesischen AI-Labos Betrug vor

Anthropic wirft drei führenden chinesischen KI-Unternehmen – DeepSeek, MiniMax und Moonshot AI – vor, systematisch und auf industrieller Skala deren KI-System Claude missbräuchlich genutzt zu haben, um eigene Modelle durch sogenannte „Distillation“ zu verbessern. Laut einem ausführlichen Statement des US-Startups haben diese Unternehmen rund 24.000 gefälschte Claude-Konten eingerichtet, die über 16 Millionen Interaktionen durchgeführt haben, was gegen die Nutzungsbedingungen und regionale Zugangsbeschränkungen verstößt. Distillation ist ein Verfahren, bei dem ein weniger leistungsfähiges Modell auf den Ausgaben eines leistungsfähigeren trainiert wird – eine gängige Praxis in den USA, doch laut Anthropic wird sie in China oft unrechtmäßig eingesetzt, um wertvolle Entwicklungsfortschritte zu beschleunigen. Die Angriffe seien zunehmend komplex und aggressiv, wobei Anthropic beobachtete, dass MiniMax innerhalb von 24 Stunden nach der Einführung eines neuen Modells seine gesamte Traffic-Strategie umstellte, um die neuesten Fähigkeiten zu extrahieren. DeepSeek soll zudem versucht haben, censurresistente Alternativen für sensiblen Inhalt zu entwickeln. Anthropic betont, dass solche Praktiken nicht nur Wettbewerbsverzerrung schaffen, sondern auch Sicherheitsrisiken bergen: weniger gut trainierte Modelle könnten fehlende Sicherheitsmechanismen aufweisen, was die Entwicklung gefährlicher Technologien wie Biowaffen erleichtern könnte. Um diese Bedrohungen abzuwehren, hat Anthropic „Verhaltens-Fingerabdruck-Systeme“ entwickelt, teilt Daten mit anderen KI-Unternehmen und arbeitet an weiteren Gegenmaßnahmen. Der CEO Dario Amodei sieht in diesen Vorfällen zudem eine dringende Begründung für US-Exportkontrollen auf hochleistungsfähige KI-Chips, da der Zugang zu diesen Chips die Möglichkeit zur direkten Modellentwicklung und auch zur skalierten Ausnutzung fremder Modelle einschränkt. Diese Position steht im Gegensatz zu Nvidia-Chef Jensen Huang, der meint, Exportbeschränkungen würden Chinas KI-Entwicklung nicht stoppen. Parallel dazu steht Anthropic selbst unter Druck, da es im Januar 2025 erneut Vorwürfe wegen Urheberrechtsverletzungen erhielt – insbesondere im Zusammenhang mit „Project Panama“, einem umstrittenen Vorhaben zur massenhaften Digitalisierung von Büchern. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Klassenausschluss-Prozess mit Autoren und Verlagen für 1,5 Milliarden Dollar abgeschlossen, ohne eine Schuld einzuräumen. Die Vorfälle unterstreichen die zunehmende Spannung im globalen KI-Wettlauf und die Notwendigkeit koordinierter Sicherheitsmaßnahmen. Branchenexperten sehen in den Distillation-Angriffen ein Symptom der strategischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Entwicklung von Gegenmaßnahmen und politische Regelungen wie Exportkontrollen werden als entscheidend angesehen, um technologische Ungleichheit und Sicherheitsrisiken zu begrenzen. Anthropic positioniert sich damit nicht nur als technologischer Herausforderer, sondern auch als Stimme für verantwortungsvolle KI-Entwicklung und globale Kooperation.

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