Musk, Apple und Altman: Streit um Algorithmen und Macht
Am 25. August 2025 hat Elon Musks KI-Start-up xAI gemeinsam mit seiner Social-Media-Plattform X eine Klage gegen Apple und OpenAI beim Bundesgericht in Texas eingereicht. In der Klage wirft Musk den beiden Unternehmen vor, durch algorithmische Manipulationen die Marktdurchsetzung anderer KI-Unternehmen, insbesondere xAI und dessen Chatbot Grok, zu behindern. So soll Apple Grok systematisch von den Spitzenpositionen im App Store ferngehalten haben, während OpenAI durch eine enge Partnerschaft mit Apple bevorzugt werde. Die Klage beschuldigt Apple und OpenAI, ein wettbewerbsverzerrendes Bündnis geschmiedet zu haben, das Innovationen unterdrücke und Milliarden an Schäden verursacht habe. Apple bestreitet die Vorwürfe und betont, dass die App Store-Ranglisten auf einer Kombination aus Algorithmen und unabhängiger redaktioneller Auswahl basieren. Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass auch andere KI-Apps wie DeepSeek die Spitze erreicht hätten – ein Hinweis auf eine angeblich faire Auswahl. Musk liefert bislang keine konkreten Beweise für seine Behauptungen, was die Kritik an seiner Argumentation verstärkt. Die Spannungen zwischen Musk und Apple reichen weit zurück. Bereits 2015 spottete Musk über Apple als „Tesla-Graveyard“, da ehemalige Tesla-Mitarbeiter dort arbeiteten. In den folgenden Jahren äußerte er sich kritisch über Produkte wie den Apple Watch und die Software-Updates, die er als langweilig und uninspiriert bezeichnete. 2018 kritisierte er, Apple habe aufgehört, Produkte zu schaffen, die die Menschen begeistern. 2020 wiederholte er diese Kritik an den Software-Updates. 2022 löste er eine Welle der Kritik aus, als er einen Meme-Post mit dem Titel „Krieg gegen Apple“ veröffentlichte, der später gelöscht wurde. Auch die Beendigung der Apple-Werbung auf Twitter nach Musks Übernahme des Unternehmens löste heftige Diskussionen aus. Apple war zuvor einer der größten Werbetreibenden auf Twitter, was die frühere Kooperation unterstrich. Musks Kritik wurde noch intensiver, nachdem Apple und OpenAI im vergangenen Jahr eine enge Partnerschaft vereinbart hatten, die ChatGPT in Apple Intelligence und Siri integriert. Musk reagierte empört und warf Apple vor, die Integration von Grok zu verhindern, insbesondere, weil Grok nicht auf der Liste „Jetzt Trending“ erscheint. In einer weiteren Aktion drohte er, selbst ein Smartphone zu entwickeln, falls Apple Twitter aus dem App Store verbannen sollte. Er ließ verlauten, dass eine Zusammenarbeit mit Samsung oder die Entwicklung eines eigenen iPhones nicht ausgeschlossen sei. Zusätzlich kritisiert Musk, dass Apple seine App-Store-Gebühren als wettbewerbswidrig empfindet, und hat sich mehrfach öffentlich gegen die Plattformmaßnahmen des Unternehmens gewandt. Obwohl er 2022 einen Besuch bei Apple Park unternahm, schien dies die Spannungen nicht zu lösen. Im Gegenteil: Musk bleibt ein steter Kritiker von Tim Cook und Apple, oft mit provokativen Äußerungen und öffentlichen Auseinandersetzungen. OpenAI reagierte auf die neue Klage mit der Behauptung, es handele sich um eine „fortgesetzte Hetze“ Musks, der bereits mehrfach gegen das Unternehmen vorgegangen sei. Apple betont weiterhin die Fairness und Transparenz seines App Stores. Die Klage markiert somit den neuesten Höhepunkt eines jahrelangen, öffentlichen Streits zwischen Musk und einem der weltweit führenden Technologieunternehmen.
