Sam Altman lehnt Smartbrillen ab: Unangenehm im Gespräch
Der OpenAI-Chef Sam Altman hat sich in einem kürzlich veröffentlichten Podcast-Interview deutlich von der wachsenden Smart-Brillen-Branche abgewandt. Gegenüber Tech-Journalist Alex Heath erklärte er, er empfinde Gespräche mit Personen, die eine Kamera und eine Leuchte an der Brille tragen, als äußerst unangenehm. Diese Positionierung kontrastiert mit der aktuellen Marktdynamik, in der Meta die Kategorie der KI-Hardware dominiert. Das Unternehmen erzielt mit der gemeinsam mit Ray-Ban entwickelten Brille nach Angaben von EssilorLuxottica über sieben Millionen Verkäufe im vergangenen Jahr. Trotz dieses kommerziellen Erfolgs stößt die Technologie auf zunehmenden gesellschaftlichen Widerstand. Zahlreiche Veranstaltungsorte diskutieren über Verbote, und Meta reagiert auf Vorwürfe heimlicher Aufnahmen mit verschärften Content-Richtlinien auf Instagram. Parallel dazu trägt die Hardware-Sparte Reality Labs stabil zum Finanzergebnis bei: Im zweiten Quartal 2026 legte der Umsatz um 61 Millionen US-Dollar zu und kompensierte damit die rückläufigen Absatzzahlen bei VR-Headsets. Vor diesem Hintergrund skizzierte Altman die langfristige Hardware-Strategie von OpenAI. Das Unternehmen arbeitet zwar in Kooperation mit dem ehemaligen iPhone-Designer Jony Ive an einer KI-fähigen Gerätegeneration, verzichtet dabei aber bewusst auf tragbare Brillenformate. Altman führte aus, KI-Hardware gehöre eher auf Schreibtische oder in die Hosentasche, während Geräte für den Körpergebrauch noch erhebliche Entwicklungszeit benötigten. Die Differenzierung markiert eine relevante Zäsur in der Branche: Während etablierte Hardware- und Social-Media-Konzerne die Integration von KI in Alltagsaccessoires aggressiv skalieren, bleiben Datenschutz, soziale Normen und Akzeptanz die entscheidenden Hebel, die auch KI-Führungspersönlichkeiten zur Zurückhaltung bei Wearables bewegen.