KI-Modell entdeckt unterbewertete Immobilien in unerwarteten Regionen
John Carrafiell, Co-CEO von BGO, einem weltweit tätigen Immobilieninvestor mit 89 Milliarden US-Dollar Vermögen unter Verwaltung, hat mit einer datengetriebenen Strategie eine neue Ära im Immobilieninvestment eingeleitet. Nach 40 Jahren in der Branche war er frustriert über die stagnierenden Methoden der Marktforschung, die sich kaum von den alten herkömmlichen Ansätzen unterschieden. Um zu überlegen, wie man wirklich überdurchschnittliche Renditen erzielen kann, entschied sich BGO dafür, alle eigenen Investitionen der letzten 20 Jahre mit Hilfe eines künstlichen Intelligenz-Modells zu analysieren – ohne menschliche Vorurteile. Das Ergebnis: Die entscheidende Variable für Erfolg oder Misserfolg war nicht die Immobilienpreisentwicklung oder makroökonomische Trends, sondern die lokalen Marktbedingungen. Diese Erkenntnis bestätigte das klassische Mantra „Standort, Standort, Standort“, allerdings mit einem quantitativen, datenbasierten Fundament. BGO entwickelte ein hochkomplexes Modell, das Tausende von Datenpunkten auswertet – von Bevölkerungstrends und Versorgungslagen bis hin zu Daten von Telekommunikationsanbietern und öffentlichen Quellen. Künstliche Intelligenz verarbeitet diese Daten mit hoher Geschwindigkeit und erkennt Muster, die menschliche Analysten übersehen würden. Ein konkretes Beispiel: Die Investition in ein Industrieobjekt in Las Vegas gemeinsam mit Northpoint Development wurde von traditionellen Modellen als mittelmäßig bewertet. BGOs Modell jedoch prognostizierte eine explosive Entwicklung. Tatsächlich wurden Mieten von 9 Dollar pro Quadratfuß erreicht – weit über die ursprünglich unterstellten 5,88 Dollar. Der Grund: Das Modell erkannte, dass die Inland Empire in Kalifornien zu teuer wurde, und analysierte Logistikwege. Unternehmen konnten durch Standortwechsel nach Las Vegas bis zu 60 Prozent an Gesamtkosten einsparen, selbst bei einer zusätzlichen Fahrtzeit von zwei Stunden. Die Mieter waren nicht auf den lokalen Markt fokussiert, sondern dienten regionale Bedarfe – ein Faktor, den klassische Modelle oft übersehen. Ähnliche Analysen führten zu hohen Renditen in Florida und im Rust Belt. Carrafiell betont, dass die Leistung des Unternehmens durch die Datenwissenschaft deutlich gesteigert wurde. Gleichzeitig räumt er ein, dass KI nicht perfekt ist: Unvorhersehbare Ereignisse wie der Umzug von Boeing aus Seattle könnten das Modell überlisten. Während die Investmentabteilung auf die Chancen fokussiert ist, nutzt die Kreditabteilung das Modell für Risikoanalysen. Zukünftige Versionen sollen zudem die optimale Asset-Allokation über verschiedene Immobiliensegmente hinweg vorschlagen. Für Carrafiell ist KI kein Ersatz für menschliche Expertise, sondern ein „Verstärker“ – eine Art virtueller, 24/7-Team aus Datenwissenschaftlern, die direkt neben der Führungsebene sitzen und Entscheidungen massiv beschleunigen. Industriebeobachter loben die Ansatzweise als wegweisend: „BGO zeigt, wie KI die Immobilienbranche transformieren kann, indem sie aus historischen Daten echte Voraussagen ableitet“, sagt ein Analyst von CBRE. BGO, gegründet 2007, ist bekannt für seine strategischen Partnerschaften und langfristige Investitionsphilosophie. Die Integration von KI in die Kernstrategie unterstreicht, dass Daten nicht nur zur Analyse, sondern zur Wettbewerbsfähigkeit werden. Die Zukunft des Immobilieninvestments liegt laut Experten in der Fähigkeit, aus ungenutzten Daten Mustern zu erkennen – genau das, was BGO nun systematisch macht.
