Meta streicht Stellen in Reality Labs, VR- und Horizon Worlds-Teams betroffen
Meta steht vor erneuten Entlassungen in seiner Reality Labs-Abteilung, die vor allem Teams rund um virtuelle Realität (VR)-Headsets und das soziale VR-Plattform Horizon Worlds betreffen wird, wie drei mit der Lage vertraute Personen gegenüber Business Insider berichteten. Die Maßnahme ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung des Unternehmens, das zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) setzt und die bisherigen Investitionen in die VR-Entwicklung überprüft. Der Chief Technology Officer und Leiter von Reality Labs, Andrew Bosworth, hat eine wichtige firmeninterne Sitzung für Mittwoch angesetzt und sie als „wichtigste“ des Jahres bezeichnet, wobei er Mitarbeiter ausdrücklich zur Anwesenheit vor Ort aufgefordert hat. Reality Labs war seit 2020 eine der kostspieligsten Unternehmensinitiativen von Meta und hat bislang über 70 Milliarden US-Dollar Verluste verursacht. Trotz erheblicher Investitionen in Hardware wie den Quest-Headsets und die Entwicklung von Horizon Worlds – einer VR-basierten sozialen Plattform – blieb die Abteilung weitgehend hinter den Erwartungen zurück. Die Kritik an der strategischen Ausrichtung wuchs, insbesondere da die Nutzerzahlen und die monetäre Rentabilität hinter den Erwartungen lagen. In einem internen Memo aus dem Vorjahr hatte Bosworth 2025 als „entscheidendste“ Phase seiner Amtszeit bezeichnet und gewarnt, dass das Schicksal von Reality Labs davon abhängen würde, ob es als visionärer Meilenstein oder als „legendärer Fehlschlag“ in die Geschichte eingehen würde. Die geplanten Entlassungen markieren den jüngsten Schritt in einer Reihe von Kürzungen, die seit 2022 durchgeführt wurden, darunter bereits mehrere Tausend Stellen in der Abteilung. Die aktuelle Welle soll die Effizienz steigern und Ressourcen für die KI-Entwicklung freisetzen, die Meta als zentralen Wachstumspfad für die Zukunft ansieht. Die Entscheidung spiegelt auch die Veränderung der Unternehmensstrategie wider: Während früher die Metaverse-Vision im Mittelpunkt stand, rückt nun die Integration von KI in bestehende Produkte wie Facebook, Instagram und WhatsApp in den Fokus. Industriebeobachter sehen die Maßnahme als notwendigen, wenn auch schmerzhaften Schritt, um die langfristige Nachhaltigkeit von Meta zu sichern. „Meta muss sich entscheiden, ob es weiterhin auf eine Vision setzt, die noch nicht marktreif ist, oder ob es sich auf profitableres Wachstum konzentriert“, sagte ein Analyst von Bernstein. „Die Entlassungen sind ein Zeichen dafür, dass die Realität der Finanzlage den Traum des Metaverse übertrifft.“ Meta bleibt weiterhin ein führender Player in der KI-Entwicklung, insbesondere mit Projekten wie Llama und der Integration von KI-Funktionen in seine Plattformen. Dennoch bleibt die Zukunft von Reality Labs ungewiss. Obwohl Bosworth weiterhin an der Vision des Metaverse festhält, wird der Druck auf die Abteilung weiter steigen, um klare Fortschritte und potenzielle Monetarisierungsmöglichkeiten zu zeigen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob die VR-Strategie neu aufgelegt oder endgültig zurückgefahren wird.
