Jamie Dimon: Regierungen können KI-Ausbreitung nicht stoppen
Der Vorstandschef von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, hat vor einer kaum noch steuerbaren Ausbreitung künstlicher Intelligenz gewarnt. Vor dem Economic Club of Chicago sagte er am Mittwoch, die Technologie entwickle sich schneller als frühere Umbrüche wie die Industrielle Revolution und bringe binnen weniger Wochen neue Fähigkeiten hervor. Selbst Regierungen könnten die Verbreitung angesichts globaler, auch offener und chinesischer KI-Systeme nicht stoppen, sondern müssten sie aktiv managen. Dimon betonte zugleich das enorme Potenzial von KI für Produktivität, Medizin und Transportwesen. Er erwartet langfristig kürzere Arbeitszeiten und deutlich höhere Pro-Kopf-Einkommen. Zugleich warnte er vor schwer kontrollierbaren Sicherheitsrisiken, insbesondere bei KI-Agenten, die eigenständig handeln, dauerhaft Cyberangriffe ausführen oder im Namen von Nutzern Zahlungen und Konten bewegen könnten. Unternehmen und Staaten müssten rasch Abwehrstrategien entwickeln. Die Aussagen fallen in eine Phase enormer KI-Investitionen: Google, Amazon, Microsoft und Meta planen für dieses Jahr mehr als 700 Milliarden US-Dollar Kapitalausgaben, großteils für KI-Infrastruktur. Auch andere Großbanken sehen die Gefahr. Brian Moynihan, CEO der Bank of America, sagte bei einer Investorenkonferenz am Mittwoch, sein Institut habe 1.000 externe Berater engagiert, um Software-Schwachstellen zu schließen, die von führenden KI-Modellen wie Anthropics Mythos freigelegt worden seien.
