KI erkennt Vögel per Drohne 85 % schneller
Künstliche Intelligenz und Drohnentechnologie etablieren sich als wirksame Instrumente für den globalen Vogelschutz. Eine von der University of Queensland koordinierte internationale Studie belegt, dass KI-gestützte Auswertungssysteme die Bestandsüberwachung gefährdeter Arten signifikant beschleunigen können. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift Remote Sensing in Ecology and Conservation. Traditionelle manuelle Zählungen in Drohnenaufnahmen sind ressourcenintensiv und limitieren das Monitoring in abgelegenen Gebieten. Das vorgestellte KI-Modell identifiziert Vögel auf Luftbildern um achtzigfünf Prozent schneller als menschliche Experten. Zur Entwicklung kam ein globales Datenset mit fast fünfzigtausend annotierten Aufnahmen von über einhundert Arten, das durch Beiträge von mehr als dreißig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus elf Ländern entstand. Studienautoren wie Professor Richard Fuller und Doktor Joshua Wilson betonen, dass die Technologie besonders in offenen Habitaten wie Feuchtgebieten ihre Stärken ausspielt. Sie dient nicht als Ersatz für erfahrene Ökologinnen und Ökologen, sondern befreit diese von repetitiven Arbeitsschritten und logistischen Hürden. Dadurch werden häufigere und flächendeckendere Erhebungen möglich. Angesichts eines alarmierenden Artensterbens, das mit historischen Massenaussterbeereignissen vergleichbar ist, stellen solche skalierbaren Monitoring-Verfahren eine notwendige Erweiterung des Artenschutzwerkzeugschatzes dar. Das trainierte Modell sowie der zugrundeliegende Datensatz werden als Open-Source-Ressourcen frei zugänglich gemacht. Sie bilden die Grundlage für künftige Forschungsprojekte, die Weiterentwicklung automatisierter Wildtiererfassung und datengestützte Naturschutzstrategien weltweit.
