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KI erkennt Lachsläuse präziser als Biologen

KI-Modell übertrifft Biologen bei der Erkennung von Lachslauslarven Forschende der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie (NTNU) in Zusammenarbeit mit der Wageningen University haben ein künstliches Intelligenz-Modell entwickelt, das bei der Identifizierung von Lachslauslarven in Meeresproben deutlich schneller und präziser ist als menschliche Expert:innen. Die Studie adressiert eines der größten Probleme der norwegischen Aquakultur: den Befall von Zuchtlachsen durch parasitische Lachsläuse, die sich seit dem massiven Ausbau der Fischzucht in den norwegischen Fjorden stark vermehrt haben. Um die Trainingsdatenlücke zu schließen, entwickelten das Forschungsteam um Lars Christian Gansel von der NTNU-Abteilung Biologische Wissenschaften in Ålesund ein eigenes Videosystem und dokumentierten über 120.000 Aufnahmen von Larven in natürlichen Meerwasserproben. Da natürliche Proben oft wenige Larven und viele störende Planktonpartikel enthalten, ergänzten die Forschenden die realen Bilder durch synthetische Daten. Durch das Skalieren, Drehen, Spiegeln und Kombinieren einzelner Larven sowie verwandter Organismen wurde die Datenvielfalt künstlich erhöht, um die Modelle auf verschiedene Entwicklungsstadien und Umgebungsbedingungen vorzubereiten. Im direkten Vergleich bewies das trainierte KI-System seine Überlegenheit: Während erfahrene Biolog:innen für die Auswertung einer komplexen Wasserprobe mehr als 30 Stunden benötigten und dabei lediglich 82 Prozent der Larven erkannten, schloss das KI-Modell die Identifikation in nur 30 Minuten mit einer Trefferquote von 97,5 Prozent ab. Herkömmliche Kamerasysteme scheitern oft an der nötigen Auflösung, um Arten und Entwicklungsstadien zuverlässig zu unterscheiden. Das neue Verfahren ermöglicht nun eine kontinuierliche und hochauflösende Überwachung im offenen Meer. Die Verbesserung der Larvenzählung hat direkte Auswirkungen auf die Regulierung der norwegischen Lachszucht. Das aktuelle Ampelsystem ordnet Fischereibetriebe basierend auf der Parasitendichte auf den Tieren ein und bestimmt so, ob die Produktion gesteigert, beibehalten oder reduziert werden darf. Bisher basieren viele Schätzungen jedoch auf indirekten Indikatoren. Die direkte Messung der Larven im Wasser reduziert Unsicherheiten, ermöglicht präzisere Ausbreitungsmodelle und unterstützt die Fischerei dabei, präventive Maßnahmen gezielter einzusetzen. Damit trägt die Technologie direkt zum Schutz wilder Lachspopulationen bei und bietet der Branche eine datenbasierte Grundlage für nachhaltigere Produktionsplanung und bessere Entscheidungen im Fischereimanagement.

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