Memories.ai lockt AI-Forscher mit 2-Millionen-Paketen an
Shawn Shen, der 28-jährige Co-Gründer und CEO von Memories.ai, einem Startup, das KI entwickelt, um visuelle Daten wie Menschen wahrzunehmen und zu speichern, hat eine beeindruckende Offensive im Kampf um Spitzenforschungskräfte gestartet. Nach einem Promotionsabschluss am University of Cambridge und einer Tätigkeit als Forschungswissenschaftler bei Meta verließ er das Unternehmen im vergangenen Jahr, um sein eigenes Unternehmen zu gründen. Mit einer Seed-Runde von 8 Millionen US-Dollar, unterstützt von Samsung und weiteren Investoren, hat Memories.ai bereits ein starkes Fundament gelegt. Nun reagiert Shen direkt auf die von Meta ausgelöste Talente-Konkurrenz, die durch massive Vergütungsangebote – teilweise im Zehnmillionenbereich – gekennzeichnet ist. In einer neuen Initiative bietet Memories.ai Forschern aus Unternehmen wie Meta, Google, Microsoft, Anthropic und xAI bis zu zwei Millionen US-Dollar als Anreiz, sich anzuschließen. Das Unternehmen sucht vor allem Experten für die Analyse von Videodaten, da die KI-Modelle von Memories.ai darauf abzielen, menschenähnlich zu sehen und zu erinnern – ein besonders anspruchsvolles Feld innerhalb der KI-Forschung. Shen betont, dass die Vergütung flexibel gestaltet ist: Während einige Kandidaten mehr Bargeld bevorzugen, werden andere mit höherem Anteil an Eigenkapital (Equity) angeboten, was die finanzielle Belastung für das Startup minimiert. Gleichzeitig werden die neuen Mitarbeiter als „Gründungsmitglieder“ behandelt, was langfristige Erträge von hundert- bis tausendfach ermöglichen könnte. In den nächsten sechs Monaten plant Memories.ai, drei bis fünf neue Forscher einzustellen, in den folgenden zwölf Monaten weitere fünf bis zehn. Parallel dazu ist eine weitere Finanzierungsrunde geplant. Shen sieht die hohen Ausgaben für Talent nicht als Risiko, sondern als strategische Stärke. Er argumentiert, dass Unternehmen, die Spitzenforschung anziehen können, auch bei schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen leicht Kapital aufbringen können – ein Trend, der bereits bei Startups wie Thinking Machines Labs oder Fei-Fei Lis Unternehmen sichtbar wurde. Auch die internen Umstrukturierungen bei Meta, die zu Unsicherheit und Frustration bei Forschern führen, stärken seine Position: Viele Wissenschaftler seien entmutigt von ständigen Rollenwechseln und unklaren Zielen. Hinzu komme die Vision, in einer schnelllebigen Ära Risiken einzugehen und gemeinsam etwas zu schaffen, das die Welt verändern könnte – ein Motiv, das viele von Meta abzieht. Bereits erfolgreich ist die Einstellung von Chi-Hao Wu, ehemaliger Meta-Forscher und nun Chief AI Officer bei Memories.ai. Auch Gespräche mit weiteren ehemaligen Mitarbeitern von Meta Superintelligence Labs und Google DeepMind laufen. Shen zieht aus seiner Zeit bei Meta wertvolle Erkenntnisse: die offene, bottom-up-Kultur, die Innovationen förderte, habe ihn geprägt. Dennoch entschied er sich für den Schritt in die Unternehmensgründung, um ein Unternehmen zu schaffen, das nicht nur technologisch führend, sondern auch visionär ist. Die Strategie von Memories.ai spiegelt den neuen Realitäten des KI-Ökosystems wider: Talent ist der entscheidende Wettbewerbsfaktor. Mit klaren Zielen, attraktiven Anreizen und einem starken Gründungsmindset positioniert sich das Startup als ernstzunehmender Akteur in der globalen KI-Revolution.
