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Proton und GitHub verschicken unerwünschte AI-Mails trotz Ablehnung

Am 14. Januar 2026 erhielt der Nutzer eine E-Mail von Proton mit dem Betreff „Introducing Projects – Try Lumo’s powerful new feature now“, die von der Adresse @lumo.proton.me stammte und als „Lumo-Produktaktualisierung“ gekennzeichnet war. Der Nutzer hatte jedoch bereits ausdrücklich das Abonnement für alle Lumo-Newsletter abgelehnt – der entsprechende Haken in den E-Mail-Einstellungen war bereits abgewählt. Trotzdem wurde die E-Mail versandt, was nach seiner Ansicht eine Verletzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und britischer Datenschutzgesetze darstellt. Er kontaktierte Proton-Support, der zunächst nur die klassische Abbestellanleitung gab, obwohl diese bereits erfüllt war. Nach mehreren Rückfragen und der Einsendung von Screenshots erklärte Proton schließlich, die E-Mail sei Teil des „Proton für Business“-Newsletters, nicht des Lumo-Updates, und die Einstellungen seien getrennt voneinander zu verstehen. Diese Erklärung wurde vom Nutzer als unzulänglich und widersprüchlich abgelehnt, da die E-Mail klar als Lumo-Botschaft und mit dem „From Lumo“-Label versandt wurde. Dieser Vorfall ist Teil eines größeren Trends: Die KI-Industrie ignoriert offensichtliche Ablehnungen von Nutzern. Ob bei Proton, Mozilla/Firefox oder nun Microsoft/GitHub – die Einführung von KI-Features erfolgt oft ohne echte Zustimmung. Der Nutzer berichtet, dass er selbst bei GitHub niemals eine Zustimmung zu E-Mails gegeben hat, auch nicht vor dem Launch von GitHub Copilot. Trotzdem wurde er nun mit einer E-Mail über den „neuen GitHub Copilot SDK“ überrascht, die er nicht gewollt hatte. Selbst die „Abbestell“-Option führt nur zu einer Liste von Newslettern, bei denen Copilot-E-Mails weiterhin aktiviert sind. Die fehlende Kontrolle über E-Mail-Einstellungen bei GitHub wird als beispielhaft für eine zunehmende „Spam-Kultur“ in der KI-Technologie gesehen. Die Reaktion von Proton und Microsoft zeigt eine systematische Untergrabung der Nutzerkontrolle: Selbst wenn Nutzer explizit „Nein“ sagen, werden sie weiterhin mit KI-Produkten bombardiert. Dies ist nicht nur eine technische, sondern eine ethische Frage. Die Annahme, dass Nutzer „nicht wirklich“ ablehnen, wenn sie nicht sofort ihre E-Mail-Adresse löschen, ist eine Form von digitaler Gewalt. Die KI-Industrie operiert zunehmend auf Basis von Nicht-Consent – sie nutzt Daten, ignoriert Wünsche und rechtfertigt das mit „Nutzen für die Mehrheit“. Doch Datenschutz und Selbstbestimmung dürfen nicht auf dem Altar der Technologieentwicklung geopfert werden. Industrieexperten warnen bereits vor einer „Kultur der Nicht-Zustimmung“, in der Nutzerrechte durch technische Komplexität und fehlende Transparenz ausgehebelt werden. Unternehmen wie Proton und Microsoft, die sich auf Privatsphäre und Sicherheit berufen, tragen eine besondere Verantwortung. Stattdessen demonstrieren sie, dass selbst bei Zahlung für Dienste die Kontrolle über eigene Daten verloren gehen kann. Die Lösung liegt nicht in mehr „Opt-Out-Optionen“, sondern in der Einführung von „Opt-In-Primär“-Systemen, bei denen jede Kommunikation nur mit ausdrücklicher Zustimmung erfolgt. Die aktuelle Entwicklung ist nicht nur ärgerlich – sie ist ein Alarmsignal für die Zukunft der digitalen Autonomie.

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