Amazon kündigt an, Trainium-KI-Chips innerhalb von zwei Jahren möglicherweise zu verkaufen und zielt dabei auf Nvidia ab.
Amazon-Chef Andy Jassy kündigte am Mittwoch in der Quartalszahlen-Telefonkonferenz an, dass das Unternehmen damit rechnen kann, innerhalb der nächsten zwei Jahre vollständige Trainium-AI-Chip-Racks für externe Kunden zu verkaufen. Dies markiert den Übergang des Tech-Giganten vom Cloud-Dienstleister zum Chip-Hersteller. Jassy bezeichnete die Wahrscheinlichkeit als „sehr hoch". Damit gibt Amazon erstmals einen konkreten Zeitplan bekannt; zuvor wurde im Aktionärsbrief von 2025 lediglich vage auf eine „mögliche zukünftige Erweiterung“ verwiesen. Derzeit wird Trainium ausschließlich über AWS als Rechenleistung in Form eines Cloud-Services vermietet und bedient dabei Kunden wie OpenAI, Anthropic und Uber. Bisher wurden dafür versprochene Einnahmen in Höhe von insgesamt 225 Milliarden US-Dollar verbucht. Mit diesem Schritt positioniert sich Amazon direkt im Wettbewerb gegen Nvidia, wobei die aktuelle Situation jedoch heikel bleibt, da das Unternehmen nach wie vor stark von Nvidias GPU-Lieferungen abhängig ist. Jassy betonte, dass Amazon mittlerweile einer der drei weltweit führenden Anbieter von Datenzentrum-Chips sei. Die Umsätze aus dem Chipgeschäft werden dieses Jahr voraussichtlich mehr als 20 Milliarden US-Dollar erreichen; bei einem eigenständigen Verkauf könnten sie potenziell bis zu 50 Milliarden US-Dollar betragen. Nach Bekanntgabe dieser Nachricht stieg der Aktienkurs von Amazon nach Börsenschluss um fast 3 % und könnte so ein neues Allzeithoch erzielen.
