AI treibt Modernisierung nordamerikanischer Netze voran
Northamerikanische Energieversorger setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI) und datenbasierte Technologien, um ihre Netze zu modernisieren, die Dekarbonisierung voranzutreiben und gleichzeitig Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz zu gewährleisten. Laut dem neuen ISG Provider Lens®-Bericht 2025 für den Energiesektor in Nordamerika befinden sich Unternehmen in einem tiefgreifenden technologischen Wandel, der durch steigende Anforderungen an die Integration erneuerbarer Energien, den Ausbau von Elektromobilität und erhöhte Kundenansprüche an digitale Dienstleistungen getrieben wird. Die Versorger wandeln von reaktiven zu prädiktiven und proaktiven Betriebsmodellen um, um die Komplexität des Stromnetzes zu bewältigen, die durch dezentrale Erzeugungsanlagen (DERs), Ladestationen und veränderte Verbraucherverhalten weiter wächst. KI, generative KI und maschinelles Lernen werden zentral in der Netz- und Anlagentechnik eingesetzt – etwa zur Störungs- und Sturmvorhersage, prädiktiven Wartungsmaßnahmen und Optimierung von Einsatzplänen für Feldtechniker. Dadurch werden Betriebskosten gesenkt und die Ausfallzeiten verkürzt. Mit Hilfe von Advanced Analytics können Versorger Anlagen länger nutzen, indem sie Defekte früher erkennen. Gleichzeitig gewinnt die „Grid-Edge-Intelligenz“ an Bedeutung: Durch den Einsatz von DER-Management-Systemen (DERMS), intelligenten Verteilungsplattformen und virtuellen Kraftwerken werden bidirektionale Stromflüsse effizienter geregelt. Dies ermöglicht eine höhere Netzkapazität und Resilienz ohne umfangreiche Kapitalinvestitionen. Auch die Kundenbindung wird digital transformiert. Versorger modernisieren ihre Kundensysteme, um zeitabhängige Tarife, flexible Zahlungspläne und personalisierte Energieberichte anzubieten. KI-gestützte Kundenservice-Systeme, conversational AI und automatisierte Qualitätskontrollen erhöhen die Erstkontakt-Lösungsrate und senken Kosten – gleichzeitig ermöglichen sie empathischere Interaktionen bei Rechnungsstreitigkeiten oder Ausfällen. Laut Swadhin Pradhan, Hauptautor des Berichts, führen integrierte Ansätze, die Asset-, Netze- und Kundensysteme über gemeinsame Datenplattformen verbinden, zu schnelleren Verbesserungen in Betriebssicherheit, Kostenkontrolle und Kundenvertrauen. Weitere Trends sind die verstärkte Investition in Cybersicherheit, die Nutzung von Digital Twins und IoT-Daten für langfristige Infrastrukturplanung sowie die stetige Digitalisierung der Prozesse. Der Bericht bewertet 35 Anbieter in vier Quadranten: Enterprise Asset Management, Prozess- und Kundenerfahrung, Smart Metering und Netzmigration sowie Technologie, Transformation und Beratung. Accenture, Capgemini, Cognizant, Deloitte, HCLTech, IBM, Infosys, TCS und Wipro werden als Leader in allen vier Kategorien genannt. Hitachi Digital Services und PwC führen jeweils in drei Bereichen, Tech Mahindra in zwei, während CGI, Concentrix, Cyient, EY und LTIMindtree jeweils einen Bereich als Leader auszeichnen. Kyndryl, Sutherland und Tech Mahindra gelten als „Rising Stars“ mit hohem Zukunftspotenzial. Besonders hervorzuheben ist Capgemini, das als globaler ISG CX Star Performer 2025 in der Branche ausgezeichnet wurde, basierend auf höchsten Kundenzufriedenheitswerten im ISG Voice-of-the-Customer-Survey. Industrieexperten sehen in der KI-gestützten Modernisierung eine entscheidende Voraussetzung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Energiesektors. Die Integration von Daten, KI und digitalen Plattformen ermöglicht nicht nur Effizienzgewinne, sondern stärkt auch die Resilienz gegenüber klimatischen und regulatorischen Herausforderungen. Die Berichte von ISG bieten Entscheidungsträgern wertvolle Orientierung bei der Auswahl von Technologie- und Beratungspartnern, die die Transformation voranbringen können.
