Altman kritisiert Müllers Idee von Weltraum-Datenzentren als unrealistisch
OpenAI-Chef Sam Altman hat die Idee von SpaceX-Chef Elon Musk, Datenzentren im Weltraum zu betreiben, als „lächerlich“ bezeichnet. Während Musk diese Vision als zukunftsweisend ansieht und bereits mit der Planung einer Satellitenkonstellation aus einer Million Einheiten beginnt, die als orbitale Rechenzentren fungieren sollen, bleibt Altman skeptisch. In einem Live-Interview in Neu-Delhi betonte er, dass die derzeitigen technischen und wirtschaftlichen Hürden – insbesondere die extrem hohen Startkosten und die praktisch unmögliche Reparatur von Chips im All – die Umsetzung bislang unmöglich machen. „Wir sind noch nicht soweit“, sagte Altman. Er glaubt zwar, dass solche Zentren irgendwann sinnvoll werden könnten, doch für die kommende Dekade sei dies kein relevantes Thema. Seine Aussage löste bei der Zuhörerschaft Gelächter aus, unterstreicht aber die tiefe Divergenz zwischen den beiden Tech-Größen. Musk hingegen setzt weiterhin auf Weltraum-Infrastruktur. Seit der Übernahme von xAI durch SpaceX hat er die Entwicklung von orbitalen Datenzentren beschleunigen wollen. Das Ziel: Satelliten, die nicht nur Kommunikation übernehmen, sondern auch Rechenleistung bereitstellen – mit direktem Zugriff auf Daten und kürzere Latenzzeiten. SpaceX hat bereits Spezialisten für diese Aufgabe eingestellt und arbeitet an einer Architektur, die Energie aus der Sonne nutzt und mit erneuerbaren Ressourcen auskommt. Auch andere Tech-Riesen folgen diesem Trend. Google hat 2025 sein Projekt Suncatcher vorgestellt, das auf die Errichtung solarbetriebener Datenzentren im Orbit abzielt. CEO Sundar Pichai kündigte an, dass erste Einheiten bereits 2027 in Betrieb gehen könnten. Die Motivation dahinter ist vielfältig: Datenzentren auf der Erde belasten Wasservorräte, überlasten Stromnetze, erhöhen den CO₂-Ausstoß und stoßen in vielen Regionen auf Widerstand. So haben allein bis Ende 2024 in den USA über 1.200 neue Datenzentren genehmigt werden, fast viermal so viele wie 2010. In Bundesstaaten wie Texas und Oklahoma kommt es zunehmend zu Protesten gegen Großprojekte, die lokale Ressourcen gefährden. Obwohl Altman die Idee für unrealistisch hält, zeigt sich die Branche insgesamt zunehmend offen für Raumfahrt-basierte Lösungen. Die Herausforderungen sind enorm – von der Energieversorgung über Wartung bis zur Sicherheit – doch die potenziellen Vorteile: niedrigere Latenz, globale Verfügbarkeit, geringere Umweltbelastung – könnten die Investitionen rechtfertigen. Experten halten die Vision für ambivalent: Während die Technologie noch nicht reif ist, könnte die Entwicklung im nächsten Jahrzehnt beschleunigt werden. Die Debatte zwischen Altman und Musk ist weniger ein Streit um Zahlen, sondern ein Spiegelbild der unterschiedlichen Strategien: die Realität der Gegenwart versus die Zukunftsvisionen der Raumfahrt.
