Microsoft beschränkt Claude
Berichten zufolge hat Anthropic gestern sein erstes AI-Modell der Mythos-Klasse, Claude Fabel 5, veröffentlicht, was bei Microsoft sofort zu Besorgnis führte. Mehrere mit den Umständen Vertraute gaben an, dass Microsoft die Nutzung von Claude Fabel 5 durch Mitarbeiter im internen Netzwerk eingeschränkt habe, aufgrund einer neuen Datenaufbewahrungsrichtlinie von Anthropic. Obwohl Microsoft Claude Fabel 5 rasch auf kundenorientierten Plattformdiensten wie GitHub Copilot und Foundry eingeführt hat, ist das Modell in der für interne Zwecke genutzten Version des GitHub Copilots nicht im Modellauswahlfenster verfügbar. Derzeit können alle anderen Claude-Modelle innerhalb von Microsoft weiterhin normal genutzt werden, da sie sämtlich der „Zero Data Retention“-Richtlinie (ZDR) folgen. Laut Informationen wies Microsoft seine Mitarbeiter darauf hin, dass die Rechtsabteilung die Änderungen an Anthoprics Datenhaltungsrichtlinien prüft. Die Hauptbedenken konzentrieren sich auf Fragen der Sicherheit von Kundendaten und vertraulichen Informationen. Es bleibt unklar, ob die Rechtsabteilung von Microsoft die interne Nutzung von Claude Fabel 5 genehmigen wird. Wie berichtet verlangt Claude Fabel 5, dass Anthropic Benutzereingabeaufforderungen („Prompts“) und Ausgabedaten zur Ausführung seines neu eingeführten Sicherheitsklassifizierungssystems speichert. Das bedeutet, dass sämtliche Konversationsinhalte nach 30 Tagen gelöscht werden. Wenn das System jedoch feststellt, dass bestimmte Eingaben oder Ausgaben gegen Anthropics Nutzungsbedingungen verstoßen, können diese Daten bis zu zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Diese Richtlinie löste ernsthafte Bedenken hinsichtlich der datenschutzrechtlichen Compliance seitens der Rechtsabteilung von Microsoft aus. Microsoft gab keine Stellungnahme zum Anfragekommentar ab. Claude Fabel 5 markiert die erste breite Veröffentlichung der Mythos-Serie von KI-Modellen von Anthropic. Vor wenigen Wochen hatte Anthropic öffentlich erklärt, dass die Fähigkeiten dieser Modellsuite bei Cybersicherheitsaufgaben so stark seien, dass sie „gefährlich genug wären, um nicht öffentlich veröffentlicht zu werden“. Um die Sicherheit von Claude Fabel 5 sicherzustellen, hat Anthropic einen Prompt-Shielding-Mechanismus implementiert, welcher auch der direkte Grund für die Änderung der Datenhaltungsrichtlinie war. Dieser Vorfall unterstreicht den anhaltenden Balanceakt zwischen Sicherheit und Datenschutz in der KI-Branche – je leistungsfähiger die Modelle sind, desto strenger fallen die Anforderungen an die Datenaufbewahrung aus, während die Forderung der Unternehmenskunden nach Datensouveränität immer weniger ignoriert werden kann.
