Walmart kooperiert mit Google Gemini für AI-gestützten Einkauf
Walmart und Google haben eine strategische Partnerschaft angekündigt, die es Kunden ermöglichen soll, über Googles KI-Assistenten Gemini Produkte von Walmart und Sam’s Club einfacher zu finden und zu kaufen. Die Ankündigung erfolgte am Sonntag auf der National Retail Federation’s Big Show in New York, wo die CEOs beider Unternehmen, John Furner (neuer Walmart-Chef) und Sundar Pichai, gemeinsam auf der Bühne standen. Obwohl kein genauer Launch-Termin oder finanzielle Details genannt wurden, wird die Funktion zunächst in den USA eingeführt und später weltweit ausgeweitet. Mit der Kooperation reagiert Walmart auf den wachsenden Trend, dass Konsumenten ihre Einkaufssuche zunehmend in KI-Chatbots wie Gemini oder ChatGPT starten, anstatt direkt auf den eigenen Plattformen zu suchen. Bereits im Oktober hatte Walmart eine Zusammenarbeit mit OpenAI vereinbart, um die „Instant Checkout“-Funktion in ChatGPT zu integrieren – eine Funktion, die es Nutzern erlaubt, Artikel innerhalb des Chatbots zu kaufen, ohne die Plattform zu verlassen. Diese Funktion ist mittlerweile auch bei Etsy und mehreren Shopify-Marken wie Skims, Vuori und Spanx verfügbar. Parallel dazu betreibt Walmart selbst einen KI-Chatbot namens Sparky, einen gelben Smiley, der in der Walmart-App zur Verfügung steht. Furner betonte, dass der Übergang von klassischer Suche zu agentenbasiertem Einkauf die nächste große Evolution im Einzelhandel darstelle: „Wir beobachten die Veränderung nicht nur – wir gestalten sie.“ Er beschrieb die Partnerschaft als Teil einer umfassenden Neuausrichtung, bei der Walmart den Abstand zwischen dem Wunsch nach einem Produkt und dessen Erhalt minimieren will. Pichai bezeichnete die Zusammenarbeit als „transformierenden Moment“ für die Branche. David Guggina, Chief Ecommerce Officer von Walmart U.S., erklärte, dass agente-basierte KI es dem Unternehmen ermögliche, Kunden früher im Einkaufsprozess zu erreichen – auch außerhalb der eigenen digitalen Kanäle. Langfristig sollen solche Agenten die Produktfindung erleichtern und persönlicher gestalten. Die Entwicklung wirkt sich auch auf die Arbeitswelt aus: CEO Doug McMillon, der im Februar sein Amt an Furner abgibt, hatte bereits betont, dass KI „jeden Job verändern wird“. Als größter privater Arbeitgeber der USA hat Walmart eine besondere Verantwortung, die Auswirkungen der KI-Transformation auf die Belegschaft zu gestalten. Die Partnerschaft mit Google unterstreicht, dass Walmart nicht nur auf technologische Innovationen reagiert, sondern aktiv die Zukunft des Einzelhandels mitgestaltet. Experten sehen in der Integration von KI-Agenten ein entscheidendes Wettbewerbsargument, besonders im Vergleich zu Amazon und anderen digitalen Händlern. Die Fähigkeit, Einkäufe nahtlos in bestehende KI-Interaktionen zu integrieren, könnte die Kundenzufriedenheit und -bindung erheblich steigern. Gleichzeitig bleibt die Frage, wie die KI-Entwicklung die Arbeitsplätze beeinflusst, ein zentrales Thema. Die Kombination aus internen KI-Tools wie Sparky und externen Partnern wie Google und OpenAI zeigt, dass Walmart auf eine hybride, agilere digitale Strategie setzt, die auf Kundennähe, Effizienz und technologische Vorreiterrolle abzielt.
