Starbridge sammelt 42 Mio. US-Dollar für GovTech-Plattform
Justin Wenig, ein ehemaliger Y Combinator-Teilnehmer aus dem Jahr 2019, hat mit Starbridge einen neuen Akzent im GovTech-Sektor gesetzt. Nachdem er mit seinem ersten Startup Coursedog – einer Plattform zur Modernisierung von Bildungseinrichtungen und deren Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden – auf erhebliche Hürden stieß, erkannte er früh, dass der öffentliche Sektor für viele Tech-Gründer unattraktiv ist: zu bürokratisch, zu langsam, zu schwer zu skalieren. Als er 2021 Coursedog für neunstellige Summe an JMI Equity verkaufte, blieb er im Board. 2024 gründete er Starbridge, ein Tool, das Vertriebsteams dabei unterstützt, Chancen im öffentlichen Sektor systematisch zu identifizieren und zu nutzen. Die Plattform sammelt und strukturiert fragmentierte öffentliche Daten – aus PDFs, Websites, Sitzungsprotokollen und alten Verzeichnissen – und bietet eine zentrale, datengestützte Übersicht über potenzielle Käufer. Mit einem Scoring-System zeigt Starbridge, welche Behörden am wahrscheinlichsten neue Technologien kaufen, und meldet Änderungen wie Führungswechsel oder neue Initiativen in Echtzeit. Im April 2024 kündigte Starbridge eine $42 Millionen starke Series-A-Finanzierung an, angeführt von David Sacks’ Craft Ventures. Weitere Investoren sind Owl Ventures, CommonWeal Ventures und Autotech Ventures. Insgesamt hat das Unternehmen nun 52 Millionen US-Dollar eingesammelt, nachdem es bereits eine $10-Millionen-Samenrunde absolviert hatte. Wenig beschreibt den Fundraising-Prozess als „lustig“ – im Gegensatz zu früher, als kaum ein Investor Interesse zeigte. Heute, im Zeitalter der KI, hat sich die Stimmung gewandelt. Starbridge unterscheidet sich von Konkurrenten wie GovWin oder GovSpend durch integrierte KI-Workflows, die es Vertriebsmitarbeitern ermöglichen, direkt aus Tools wie Slack oder CRM-Systemen Informationen abzurufen. Die Zukunft sieht Wenig in einer „integrierten Erfahrung“, bei der die Plattform nahtlos in bestehende Arbeitsabläufe eingebettet ist – ohne dass Nutzer auf eine separate Plattform wechseln müssen. Industriebeobachter sehen in Starbridge ein Beispiel für die wachsende Attraktivität von Mission-driven Tech-Startups im öffentlichen Sektor. Die Kombination aus KI, Datenaggregation und Fokus auf strukturelle Herausforderungen im Staatssystem passt gut in die aktuelle Investitionstendenz. Craft Ventures, bekannt für seine Fokussierung auf disruptive, technologische Innovationen, signalisiert mit der Beteiligung, dass auch der GovTech-Bereich in der KI-Ära an Gewicht gewinnt. Starbridge könnte ein Schlüsselplayer werden, um die Lücke zwischen Tech-Unternehmen und staatlichen Einkäufen zu schließen – und damit einen neuen Standard für datenbasierte Vertriebsstrategien im öffentlichen Sektor zu setzen.
