Tesla verliert mehrere AI-Mitarbeiter an neuen Roboter-Startup
Nachdem das Roboter-Startup Sunday Robotics aus der Verschwiegenheit trat, zeigte sich, dass es eine starke Verbindung zu Tesla hat: Mindestens zehn ehemalige Tesla-Mitarbeiter arbeiten dort, darunter mehrere langjährige Angestellte, die an den Projekten Optimus und Autopilot beteiligt waren. Laut einer LinkedIn-Analyse wechselten unter anderem Perry Jia, der fast sechs Jahre an Autopilot und Optimus mitgearbeitet hatte, und Nadeesha Amarasinghe, der über sieben Jahre als Ingenieurleiter für die KI-Infrastruktur bei Tesla tätig war, im Sommer zu Sunday Robotics. Beide waren maßgeblich an der Entwicklung von Autopilot und dem humanoiden Roboter Optimus beteiligt. Auch Jason Peterson, ehemaliger Talent-Recruiter für Optimus und Robotaxi, ist nun Teil des Teams. Sunday Robotics, gegründet 2024 von Cheng Chi und Tony Zhao, beschäftigt insgesamt rund 50 Menschen, darunter Ingenieure und sogenannte „Memory-Entwickler“, die für die Lernfähigkeit der Roboter zuständig sind. Zhao hatte 2022 ein Praktikum im Autopilot-Team von Tesla absolviert. Am 19. November stellte das Startup seinen ersten Heimroboter, „Memo“, vor, der in einem Video auf X (früher Twitter) gezeigt wurde, bei dem er Weingläser aufhob, die Spülmaschine belud und Wäsche faltete. Die Firma ist Teil einer wachsenden Gruppe von Roboter-Startups, die sich auf den Markt für Haushaltsroboter konzentrieren. So kündigte kürzlich 1X die Markteinführung seines Neo-Roboters an, der ab nächstes Jahr an Kunden ausgeliefert werden soll. Die Entwicklung von menschenähnlichen Robotern ist ein zentrales strategisches Ziel von Elon Musk, der Tesla mit der Fähigkeit zur autonomen Fahrt und dem massenhaften Einsatz von Optimus-Modellen in der Zukunft verbindet. Die Abwanderung von talentierten KI- und Roboterexperten aus Tesla könnte jedoch auf interne Herausforderungen im Bereich der KI-Entwicklung hindeuten, insbesondere in Bezug auf die Verzögerungen bei der Umsetzung von Autopilot- und Robotik-Plänen. Industrieanalysten sehen in dem Weggang von Tesla-Experten ein Zeichen für die zunehmende Konkurrenz im Bereich KI- und Robotik-Entwicklung. „Die Abwanderung von Schlüsselmitarbeitern zeigt, dass die Roboter-Revolution nicht nur bei Tesla, sondern in der gesamten Branche an Fahrt aufnimmt“, sagt ein Experte aus dem Silicon Valley. Sunday Robotics, obwohl noch jung, verfügt über ein Team mit tiefgreifender Erfahrung in KI, Robotik und autonomen Systemen – ein Faktor, der die Chancen für eine schnelle Markteinführung erhöht. Die Fokussierung auf Heimroboter, wie Memo, könnte den Weg für eine breite Akzeptanz von Robotik im Alltag ebnen. Obwohl Tesla und Sunday Robotics keine Stellungnahmen abgaben, deutet die Struktur des Startups auf eine klare strategische Ausrichtung hin: die Schaffung eines intelligenten, lernfähigen Roboters für den privaten Einsatz.
